Olympia-Aus nach Operation: Plan von Felix Neureuther geht nicht auf

Deutscher Ski-Verband, Weltcup Team Herren --- Pressekonferenz --- Garmisch-Partenkirchen --- 17.07.2013 Im Felix NEUREUTHER (SC Partenkirchen), Porträt, Portrait,
Der Traum von einer Olympia-Medaille wird für Felix Neureuther unerfüllt bleiben. © imago/Eibner, imago sportfotodienst

Monatelange Pause nach Kreuzband-OP

Die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang finden endgültig ohne Ski-Star Felix Neureuther statt. Für den 33-Jährigen haben sich nach einer Operation seines gerissenen Kreuzbandes auch die letzten Hoffnungen auf einen Start beim Saisonhöhepunkt zerschlagen. Stattdessen muss er monatelang pausieren.

Neureuther wollte es ohne OP versuchen

Neureuther hatte sich im November bei einem Trainingssturz in den USA das Kreuzband im linken Knie gerissen. Anschließend liebäugelte er damit, sich nicht operieren zu lassen, um doch noch in Pyeongchang starten zu können.

Er wolle seinen Traum von einer Reise zu den Winterspielen nicht aufgeben, "solange noch ein kleines Fünkchen Hoffnung besteht", hatte sich Neureuther nach seiner Rückkehr aus den USA noch kämpferisch gezeigt. Die behandelnden Ärzte durchkreuzten jedoch seinen Plan und rieten ihm zu einer Operation.

"In den letzten Wochen habe ich alles versucht, um die Verletzung konservativ in den Griff zu bekommen, musste aber einsehen, dass eine Operation das Vernünftigste ist", sagte Neureuther und betonte: "Da ich meine Karriere auf jeden Fall fortsetzen möchte, habe ich mich für diese Operation entschieden."  Sein Ziel sei nun, in der WM-Saison 2018/19 da weiterzumachen, wo er in diesem Jahr aufgehört habe.

Im Deutschen Skiverband ist man über die OP sogar froh. "Am Schluss geht es um die Gesundheit, und da gab es für uns nie einen Zweifel, dass es vielleicht mehr Sinn macht, das Knie operieren zu lassen, als mit dem Risiko gerissenes Kreuzband an den Start zu gehen und Rennen zu fahren", sagte Alpinchef Wolfgang Maier: "So bitter das für uns ist, dass wir den Felix nicht dabei haben, aber dieses Knie muss repariert werden. Und er kann ja nächstes Jahr noch Weltmeister werden. Das ist dann genauso viel Wert, wie wenn er jetzt Olympia fährt."

Unerfüllter Olympia-Traum

Der Bayer galt vor seiner Verletzung - und vor den überraschenden Erfolgen der DSV-Männer in dieser Weltcupsaison - als große deutsche Medaillenhoffnung im Februar in Pyeongchang. Zu Beginn des Winters hatte Neureuther beim ersten Weltcup-Slalom im Levi (Finnland) einen Sieg eingefahren. Für Deutschlands besten Skifahrer war es der 13. Weltcuptriumph.

"Hinfallen ist keine Schande, nur liegen bleiben!!!" - überschrieb Neureuther die schlechte Nachricht nach dem fatalen Trainingssturz. "Und wenn man es positiv sehen will, ich kann jetzt sehr viel Zeit mit meiner kleinen Tochter verbringen", sagte er. Im Oktober waren Neureuther und die Biathletin Miriam Gössner Eltern geworden.

Den Traum von einer Olympia-Medaille wird sich der Mann aus Garmisch Partenkirchen nun nicht mehr erfüllen können. Der Slalom-Vizeweltmeister von 2013 ist bislang bei Olympia leer ausgegangen. Schon vor den Spielen in Sotschi hatte der Skistar Pech. Bei der Anreise nach Russland, auf dem Weg zum Flughafen, erlitt er bei einem Autounfall ein Schleudertrauma - sein Start stand auf der Kippe.

Im Olympia-Slalom fädelte er dann ein und schied aus. Als einer der wenigen Wintersportler aus Deutschland hatte sich Neureuther auch zu den Winterspielen in Südkorea klar positioniert. Wegen der Sicherheitslage auf der koreanischen Halbinsel hatte er einen Startverzicht in Betracht gezogen.