#OnTheKnee: Starkes Zeichen von Hertha BSC oder nur Effekthascherei!?

Fußball: Bundesliga, Hertha BSC - FC Schalke 04, 8. Spieltag am 14.10.2017 in Berlin. Die Spieler von Hertha knien vor dem Anpfiff zusammen auf dem Spielfeld. Das Team von Hertha BSC hat sich kollektiv dem Protest US-amerikanischer Sportler gegen Dis
Hertha BSC will für Vielfalt, Toleranz und Verantwortung stehen © dpa, Annegret Hilse, ahi nic

Weltweites Echo auf Berliner Protest

Nach ihrem Kniefall-Protest erhalten die Spieler von Hertha BSC ein weltweites Echo für ihre bemerkenswerte Aktion. Als erstes Bundesliga-Team schlossen sich die Berliner kollektiv dem Protest amerikanischer Athleten an und legten mit starken Worten gegen Rassismus nach. Allerdings gab es auch Kritik.

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Komplettes Team von Hertha BSC geht auf die Knie

"Auf Knien gegen den Rassismus, auch Hertha fordert Trump heraus", titelte die italienische Zeitung 'La Stampa'. "Die 'Take a knee'-Bewegung hat den Atlantik überquert", schrieb die 'Washington Post'.

Vor dem Anpfiff beim 0:2 gegen den FC Schalke 04 knieten nicht nur die Profis auf dem Platz, sondern auch die Ersatzspieler, das Trainer-Team um Coach Pal Dardai und auch Geschäftsführer Michael Preetz. Die Idee habe das komplette Team gehabt, sagte Salomon Kalou anschließend. "Als Hertha kämpfen wir immer gegen Rassismus", betonte der Ivorer. "Dass wir uns hinknien, ist für uns ein Weg, dieses Verhalten zu bekämpfen. Es sollte nicht im Sport existieren. Nicht in der NFL und nicht im Fußball, in keinem Sport - Punkt. Wir können dabei ein gutes Beispiel abgeben."

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Ex-NFL-Profi Björn Werner: "Warum knien die denn jetzt?"

Vor gut einem Jahr hatte sich der Football-Profi Colin Kaepernick erstmals während der amerikanischen Hymne hingekniet, um so gegen Polizeigewalt und die Unterdrückung von Minderheiten in den USA zu protestieren. Zahlreiche US-Sportler folgten diesem Vorbild - und wurden dafür zuletzt mehrfach wüst von US-Präsident Donald Trump beschimpft.

"Wir leben nicht mehr im 18. Jahrhundert, sondern im 21. Jahrhundert. Es gibt aber einige Leute, die ideologisch noch nicht so weit sind", erklärte der verletzte Innenverteidiger Sebastian Langkamp bei Sky ohne Bezug auf konkrete Personen. "Wenn wir da etwas Nachhilfe geben können, ist das doch gut." Die Aktion komme vom Verein, sagte Dardai. Als "großartige und wichtige Geste" bewertete die Deutsche Fußball Liga die Aktion über ihren Bundesliga-Twitteraccount.

Auch in den sozialen Netzwerken bekamen die Berliner für ihren Kniefall viel Beifall, aber es gab auch einige Kritik. So zeigte sich der gebürtige Berliner und Ex-NFL-Profi Björn Werner von der Aktion verwundert. "Ich habe es gestern gesehen und mich gefragt: 'Warum knien die denn jetzt?' Cool, wenn es der richtige Support ist. Aber ich bin der Meinung, das hat etwas mit der NFL zu tun, und da sollte man sich raushalten", sagte der 27-Jährige dem SID: "Du kennst die ganzen Gründe nicht. Es ist schwierig, wenn du in einem anderen Land lebst."