Pannenserie: Bundesagentur für Arbeit verschwendet 60 Millionen Euro für Software

ARCHIV - Ein Gebäude der Agentur für Arbeit in Frankfurt (Oder) (Brandenburg), fotografiert am 06.12.2016. Die Bundesagentur für Arbeit gibt am 31.01.2017 die Arbeitsmarktdaten für Januar 2017 bekannt. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) d
Agentur für Arbeit © dpa, Patrick Pleul, ppl;cse wst

Projekt 'Robaso' von Agentur selbst entwickelt

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat nach einer Pannenserie ein millionenschweres IT-Projekt gestoppt. Eine 60 Millionen Euro teure Software, mit der auf einer einzigen Plattform auf 14 verschiedene Anwendungen zugegriffen werden könne, werde ab sofort nicht mehr benutzt, sagte ein Sprecher der Nürnberger Bundesbehörde.

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Die rund 90.000 Mitarbeiter nutzten bei der Jobvermittlung und der Abrechnung von Geldleistungen künftig wieder die Einzelanwendungen. Das System hatte die Bundesagentur selbst entwickelt. Damit sollten die Abläufe in den 156 Arbeitsagenturen beschleunigt werden. Nach Angaben des Sprechers hatte sich das bei der BA unter der Bezeichnung 'Robaso' firmierende Projekt nach der vierjährigen Laborentwicklung im praktischen Einsatz als nicht "ausreichend flexibel" erwiesen. Es habe sich gezeigt, das nachträgliche Änderungen, etwa die Korrektur einer Kontonummer, in dem System nicht möglich sei.

Software ist nicht "ausreichend flexibel" – System wird abgeschaltet

Um eine solche Angabe dennoch korrigieren zu können, habe man sämtlich Leistungs- und Vermittlungsdaten in das System neu eingegeben müssen. Da eine Behebung des Fehlers zu aufwendig und zu teuer sei, werde das System abgeschaltet. Künftig sollen solche Programme früher in den Praxistest gehen, kündigte die Bundesagentur an.