Patenschaft oder Vormund: Wer sich um die Kinder kümmert, wenn die Eltern sterben

Wer kümmert sich um die Kinder?
Wer kümmert sich um die Kinder? Im Todesfall der Eltern 00:02:21
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Diese Vorsorge können Sie treffen

Die meisten Eltern schrecken vor dieser Frage zurück: Wer kümmert sich um unsere Kinder, wenn uns etwas zustößt? Doch es ist viel wert für den Ernstfall vorgesorgt zu haben. Denn ohne Sorgerechtsverfügung kann es lange dauern bis Verwandte sich um die Kinder kümmern dürfen.

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Wenn ein Elternteil stirbt, bekommt in der Regel der andere das Sorgerecht. Doch wenn beide Eltern sterben, kümmert sich das Familiengericht um einen sogenannten Vormund. Es geht also um ein neues Zuhause für das Waisenkind.

Rechtsanwältin Lisa-Marie Cramer erklärt, das sei meistens jemand, der dem Kind sehr nahe stand. Oft ist es ein Verwandter, wie die Großmutter oder die Tante. In anderen Fällen könne es aber auch ein enger Freund der Familie sein. "Wenn es keine solche Person gibt, kann das Gericht auch das Jugendamt als Vormund bestellen."

Taufpaten sind nicht automatisch Ersatzeltern

Über das Jugendamt wird dann eine passende Pflegefamilie gesucht, die das Kind aufnehmen kann. Taufpaten sind übrigens anders als viele glauben nicht automatisch die Ersatzeltern im Todesfall. Denn das ist eine kirchliche Aufgabe und gilt nicht im juristischen Sinne.

Die Entscheidung des Familiengerichts ist endgültig und ablehnen kann man die Vormundschaft nicht. Das Gericht werde dabei immer das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt stellen und schauen, wo das Kind am besten aufgehoben sei, erklärt die Rechtsanwältin.

Eltern können mit Sorgerechtsverfügung vorsorgen

Mit einer Sorgerechtsverfügung können Eltern dafür sorgen, dass die Entscheidung für den Fall der Fälle von ihnen vorbestimmt ist und eben nicht bei einem Gericht liegt. Lisa-Marie Cramer erklärt, was dabei wichtig ist: "Die Sorgerechtsverfügung formuliert man am besten selbst und zwar handschriftlich." Es gelten ähnliche Vorschriften wie beim Testament. Außerdem sei es wichtig, sie beim Nachlassgericht zu hinterlegen. "Denn eine Sorgerechtsverfügung nutzt ja niemanden was, wenn irgendwo im Schrank liegt und keiner weiß davon", so Rechtsanwältin Cramer.

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