Pflegeeltern wie Familie Behrens aus Hamburg verzweifelt gesucht: "Das Schönste, was passieren konnte"

Die verzweifelte Suche nach Pflegeeltern
Die verzweifelte Suche nach Pflegeeltern "Das ist das Schönste, was uns passieren konnte" 00:01:47
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Pflege-Mama ist einfach "Mama"

Wenn Behörden Kinder aus ihrer Familie nehmen müssen, haben die meistens Schlimmes erlebt. Deshalb ist es wichtig, ihnen möglichst schnell ein neues Zuhause zu vermitteln. Doch in Deutschland gibt es viel zu wenige Pflegefamilien, die bereit sind, Kinder für einige Monate oder für immer aufzunehmen. Dabei ist das durchaus eine Option für Menschen, die selbst keine Kinder bekommen können. RTL-Reporter Jan Bulig hat genau so ein Paar in Hamburg getroffen. 

Das kommt auf angehende Pflegeeltern wie Fatma und Olaf Behrens zu

Die Brüder Dominik und Daniel nennen ihre Pflege-Mama Fatma einfach nur "Mama". Auch wenn sie eine "Bauchmutti" haben, wie sie sagen. Seit acht Jahren leben sie bei Fatma und Olaf Behrens. "Da wir sehr viel Liebe zu geben haben, war das überhaupt das Schönste, was uns hätte passieren können", sagt Olaf Behrens.

Doch so wie seinen Pflegesöhnen Dominik und Daniel geht es nicht allen Kindern, die ohne leibliche Eltern aufwachsen. Tausende Pflegeeltern fehlen deutschlandweit. Allein in Hamburg leben 2.700 Kinder in Heimen und Wohngruppen.

Dabei haben Bewerber deutlich größere Chancen auf ein Kind als bei einem Adoptionswunsch. Sie müssen zuerst einen Pflegeelternkurs belegen, ein polizeiliches Führungszeugnis sowie einen Drogen- und einen Gesundheitstest vorlegen. Herkunft und geschlechtliche Orientierung spielen keine Rolle. Auch Alleinstehende können sich bewerben, sofern sie genug Zeit für die manchmal schwierige Aufgabe haben.

So helfen die Behörden den Pflegeeltern

Laut Ralf Portugall von der Hamburger Pflegekinderhilfe
Laut Ralf Portugall von der Hamburger Pflegekinderhilfe ist gerade die Anfangsphase sowohl für Pflegekinder als auch -eltern eine große Herausforderung. (Foto: RTL)

"Man nimmt ein Kind bei sich auf, das erstmal fremd ist, das eine Vorgeschichte hat, das Schlimmes erlebt hat beim Start in sein Leben", sagt Ralf Portugall von der Hamburger Pflegekinderhilfe. "Und Familien müssen das ja erstmal alles auffangen."

Die Behörden begleiten Pflegeeltern - und unterstützen sie finanziell mit monatlich rund 800 Euro. Anders als bei einer Adoption müssen Fragen wie die Schulwahl aber oft mit einem Vormund abgesprochen werden. Theoretisch müssen Pflegefamilien immer damit rechnen, dass die Kinder zurück zu ihren leiblichen Eltern kommen. Je länger sie aber in der Pflegefamilie leben, desto unwahrscheinlicher wird das. 

Nicht nur deshalb sind Olaf und Fatma Behrens glücklich, seit acht Jahren die Eltern von Dominik und Daniel zu sein. Das Schlusswort gebührt Pflege-Mama Fatma: "Wenn zwei Kinder morgens ins Bett kommen und sagen 'Mama, ich liebe dich von ganzem Herzen'. Das sagt alles!"