Pilot bricht Start ab, damit Großeltern sich von ihrem sterbenden Enkel verabschieden können

"Sie bekamen die Nachricht, dass ihr Enkelsohn auf der Intensivstation ist"

Sie saßen im Flieger und wollten nach Australien fliegen - doch dann erhielt ein älteres Ehepaar per SMS die Nachricht, dass ihr Enkel im Sterben liegt. Der Pilot der Etihad-Maschine reagierte gedankenschnell: Er wendete die Maschine, die bereits auf dem Weg zur Startbahn war. Der Flieger kehrte zurück ans Gate, damit das Paar aussteigen konnte, berichtet die BBC.

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Der Airbus war vom Flughafen Manchester auf dem Weg nach Abu Dhabi, wo die Airline der Vereinigten Arabischen Emirate auch ihren Sitz hat. Von dort wollte das Paar nach Australien weiterfliegen. Doch die Nachricht über den Zustand seines Enkels änderte alles. Weil der Pilot so rücksichtsvoll reagierte, schafften die Großeltern es noch rechtzeitig ins Krankenhaus. In der gleichen Nacht verstarb ihr Enkelsohn. Wer die beiden sind oder warum ihr Enkelsohn auf der Intensivstation lag, ist nicht bekannt. Becky Stephenson, eine Reiseveranstalterin, die die Reise für das Paar organisiert hatte, bedankte sich in der Facebookgruppe 'Travel Gossip' für das Handeln der Airline.

"Kurz vor dem Abflug, als sie ihr Handy ausschalten wollten, sahen sie einen Abruf in Abwesenheit von ihrem Schwiegersohn. Sie schrieben ihm und ließen ihr Handy an, weil sie spürten, dass etwas nicht stimmt", beschrieb Stephenson. "Sie bekamen die Nachricht, dass ihr Enkelsohn auf der Intensivstation ist und dass sie schnellstmöglich zu ihm kommen sollen."

Das Paar benachrichtigte sofort das Bordpersonal, das wiederum den Piloten verständigte, der den Start abbrach. Sogar ihr Gepäck wurde wieder ausgecheckt. Doch damit nicht genug. Die beiden wurden zum Flughafen begleitet. Vor Ankunftshalle wartete bereits ihr Auto, das vom Flughafenparkplatz abgeholt worden war. Außerdem darf das Paar seine Tickets nach Australien zu einem späteren Zeitpunkt nutzen, denn die Großeltern haben dort Familie, die sie eigentlich besuchen wollten. "Aber zurzeit denken meine Kunden noch nicht darüber nach, wann sie nach Australien fliegen wollen", erzählte Stephenson der BBC. "Ich arbeite seit 25 Jahren in der Reisebranche und so etwas ist mir noch nie zu Ohren gekommen."