Playboy-Millionär Vossen vor Gericht in Zürich: Wie der Unternehmer-Sohn 40 Millionen Euro ergaunert haben soll

Felix Vossen während der Berlinale im Jahr 2012
Muss sich wegen Betrugs vor Gericht verantworten: Felix Vossen © ddp images

Lebte gern auf großem Fuß: Ist Finanzmakler Felix Vossen ein Dieb und Hochstapler?

Er soll Eltern und Freunde um mehr als 40 Millionen Euro betrogen haben: Felix Vossen-Spross einer Textil-Dynastie- gab in der Öffentlichkeit gern den Playboy und spielte die Rolle des reichen Finanz-Genies. Laut Anklage versprach er seinen Kunden Traumrenditen für ihre Investments – doch dann war das Geld einfach weg. Morgen wird ihm in Zürich der Prozess gemacht.

Liebling des Jetsets

ARCHIV -  Der Filmproduzent Felix Vossen, aufgenommen am 12.02.2012 auf der Pressekonferenz zum Film "I, Anna" auf der 62. Berlinale in Berlin. (zu dpa "Anklage als Hochstapler und Millionendieb: Felix Vossen vor Gericht" vom 20.11.2017) Foto: Angeli
Felix Vossen gab nach außen immer den erfolgreichen Playboy. © dpa, Angelika Warmuth, sab lim cul

Jahrelang scheint alles, was Felix Vossen anfasst, zu Gold zu werden: Ob als Filmproduzent, Finanzmakler oder lässiger Playboy – wo der 43-Jährige aus der deutschen Frottee-Dynastie seine Finger im Spiel hat, ist scheinbar der Erfolg zuhause. Er wohnt in Zürich und London, reist um die Welt und ist Liebling des Jetsets. Doch sein Kartenhaus ist mittlerweile eingestürzt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Betrug, Urkundenfälschung und Geldwäsche vor. Die Anklageschrift umfasst 51 Seiten.

Täuschungen und Lügen

Angeblich seit 2003 soll Vossen die Anleger angeblich mit dubiosen Methoden und krummen Geschäften um ihr Geld gebracht haben. Dabei schreckte er angeblich auch nicht davor zurück, die eigene Familie zu betrügen. Eine seiner angeblichen Maschen: Vossen soll unwahre Konto- und Depotauszüge sowie E-Mails und Briefe im Namen fiktiver Mitarbeiter erstellt und versendet haben. In Wirklichkeit habe der 43-Jährige aus Gütersloh das Geld aber verprasst und vermeintliche 'Gewinne' mit dem Geld neuer Anleger ausgezahlt.

Entschuldigung per SMS

Im Frühjahr 2015 flogen seine Machenschaften auf. Vossen wurde wie im Hollywood-Thriller per internationalem Haftbefehl gesucht und ging der Polizei schließlich in Spanien ins Netz. Seit seiner Überstellung in die Schweiz sitzt er im Flughafengefängnis von Zürich und wartet auf seinen Prozess. Seine Taten hat er gestanden. Angeblich schrieb er nach der Festnahme noch eine SMS an seine Ex-Freundin: „Ich habe viele enttäuscht, es tut mir sehr leid.“ Eine Entschuldigung, die wohl zu spät kommt: Vossen drohen über sechs Jahre Haft. Anschließend möchte sich aber auch noch die spanische Polizei den Unternehmersohn vorknöpfen: Vossen habe nämlich bei seiner Festnahme Kokain und gefälschte Ausweise dabei gehabt.