Pöbler behinderte Rettungskräfte, die seinen Sohn reanimierten: "Tu das nicht nochmal"

Pöbler behinderte Sanitäter, die seinen Sohn reanimierten
Pöbler behinderte Sanitäter, die seinen Sohn reanimierten "Was geht in diesem Menschen vor?" 00:03:05
00:00 | 00:03:05

Auto zugeparkt, da rastet der 23-Jährige aus

Wie gefühllos kann ein Mensch sein? Ein 23-Jähriger hat in Berlin-Moabit einen Rettungswagen demoliert und einen Sanitäter bedroht, während dieser ein kleines Kind wiederbelebte. Und das, weil der Rettungswagen das Auto des Mannes zuparkte. Für den Vater des 18 Monate alten Leonard, um dessen Leben die Retter kämpften, ist so ein Verhalten nicht nachvollziehbar. "Was geht in diesem Menschen vor?", fragt sich Thomas Funke. 

Einjähriger fiel beim Spielen ohnmächtig um

Und das war passiert: Um 9:49 Uhr am Morgen des 3. November wird die Rettung der Feuerwehr in Berlin-Moabit alarmiert. In der Kita 'Die Wilde 13' ist ein Kind beim Spielen bewusstlos umgefallen. Beim Eintreffen erkennen die Sanitäter schnell, wie ernst es um das Kind steht. Der gerade einmal ein Jahr alte Junge hat Herzkammerflimmern - sofort wird ein Notarzt dazu gerufen. Der Junge muss noch vor Ort wiederbelebt werden.

"Verpisst euch, ich muss zur Arbeit"

Zwischen Sanitätern, Rettungswagen und Notarzt taucht ein junger Mann auf. Die offensichtliche Notsituation scheint ihm völlig egal zu sein. Der 23-Jährige tritt den Außenspiegel des Rettungswagens ab. Aus Wut. Die Sanitäter haben sein Auto zugeparkt. Für den jungen Mann auch in dieser Notsituation anscheinend nicht zu akzeptieren. Als ein Sanitäter einen Notfallkoffer aus dem Rettungswagen holen möchte, stellt er sich ihm in den Weg und brüllt: "Verpisst euch, ich muss zur Arbeit!"

"Ich habe ihm erklärt, dass wir gerade ein Kind reanimieren und den Rettungswagen jetzt nicht wegfahren können. Doch er hat sich drohend vor mir aufgebaut, als ob er gleich zuschlagen will", erklärt einer der Retter am Einsatzort.

Leonards Leben stand auf dem Spiel

Als Thomas Funke von dem Verhalten des Mannes hörte, war er zuerst wütend. Inzwischen kann er nur noch den Kopf schütteln, erzählt er im Interview. "Wenn ich daran denke, wie brenzlig die Situation gewesen ist", sagt der Vater. "Wenn die Rettungssanitäter nicht so besonnen gehandelt hätten, dem Randalierer einfach aus dem Weg zu gehen, ihren Job zu machen, dann weiß ich nicht, ob mein Sohn überlebt hätte." Für den 23-Jährigen hat Funke nur eine Botschaft: "Tu das nicht nochmal."

Leonard kämpft noch immer um sein Leben

Die Lebensretter rufen die Polizei zur Hilfe. Glücklicherweise können die Lebensretter so ihren Einsatz ungestört fortsetzen. Der junge Autofahrer jedoch lässt sich auch von der Polizei nicht beruhigen. Für die Tatsache, dass hier gerade um das Leben eines Kindes gekämpft wird, zeigt er weiterhin keinerlei Verständnis. Den Polizisten ruft er zu: "Mir doch egal, wer hier gerade reanimiert wird."

Der kleine Leonard konnte zwar reanimiert werden, doch der Junge liegt im künstlichen Koma im Krankenhaus und kämpft gegen eine Lungenentzündung. Der Vater hat den 23-Jährigen Autofahrer wegen Behinderung des Rettungseinsatzes angezeigt. Dem Pöbler droht nun möglicherweise sogar eine Haftstrafe. "In diesem Fall kann ich mir nicht vorstellen, dass die Staatsanwaltschaft das als Bagatelle einstuft", sagte ein Anwalt zu RTL.