Politischer Aschermittwoch: Andrea Nahles greift Angela Merkel an, CSU nimmt die SPD aufs Korn

Politischer Aschermittwoch
Politischer Aschermittwoch Söder-Show in Passau 00:01:53
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Nahles und Söder angriffslustig

Die "Götterinnendämmerung" habe begonnen - so griff die SPD-Bundestagsfraktionschefin und mögliche neue Parteivorsitzende Andrea Nahles beim politischen Aschermittwoch Angela Merkel an. Bei der CSU hat der designierte bayrische Ministerpräsident Markus Söder unterdessen um die "Wähler rechts der Mitte" geworben und sich schon jetzt als neuer starker Mann seiner Partei profiliert. Wie unterschiedlich die Stimmungslage bei den Parteien war, sehen Sie bei uns im Video.

"Es hat sich ausgeschulzt."

14.02.2018, Nordrhein-Westfalen, Schwerte: Andrea Nahles, SPD-Fraktionsvorsitzende, spricht beim politischen Aschermittwoch der SPD. Foto: Ina Fassbender/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Angriffslustig in Schwerte: Andrea Nahles bei der SPD in NRW. © dpa, Ina Fassbender, soe

Neben ihrer Kritik an der Kanzlerin hat Andrea Nahles die SPD in Schwerte auf ein klares Bekenntnis zu Europa eingeschworen und ihrem Vorgänger Martin Schulz gedankt. "Die SPD ist die europäischste Partei in Deutschland", verkündete sie. Martin Schulz war am Dienstag vom SPD-Vorsitz zurückgetreten.

Markige Sprüche gab es in Passau bei der CSU. "Wer glaubt, dass der Islam oder sogar die Scharia zu unserm Land gehört, da kann ich nur sagen: Diese haben kulturgeschichtlich nichts mit Bayern zu tun." Für Aussagen wie diese erntete Markus Söder von der CSU-Basis viel Applaus. Für den Spott über die SPD sorgte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer: "Klar ist nach nur einem Jahr: Es hat sich ausgeschulzt."

Im rund 20 Kilometer entfernten Vilshofen warb Olaf Scholz bei der SPD derweil für die GroKo und richtete sich vor allem an die jungen Koaltionsgegner in seiner Partei: "Man muss sich ja nur die Diskussion in der Union anschauen, dass wir es richtig hinbekommen haben." Begeisterungsstürme löste er unter den 2.500 Gästen im Bierzelt damit jedoch nicht aus. Im letzten Jahr hatte Martin Schulz noch vor etwa doppelt so vielen Parteifreunden gesprochen - da wähnten viele in der SPD den "Schulzzug" noch als große Gefahr für Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Auch Merkel im Angriffsmodus

Merkel sprach beim politischen Aschermittwoch der CDU Mecklenburg-Vorpommerns in Demmin und hatte eine Warnung an den möglichen GroKo-Partner parat. Wenn die Sozialdemokraten das Finanzministerium erhielten, würden die Unions-Haushälter noch mehr aufpassen müssen, dass nicht neue Schulden auf dem Rücken nachfolgender Generationen gemacht würden. Angela Merkel forderte außerdem von allen Parteien mehr Kompromissbereitschaft. Ein Politiker müsse sich fragen: "Was kann ich für dieses Land tun. Denn das ist die Aufgabe von Politik: Zu dienen und nicht rumzumosern."