Prozess nach Mord an Zauberer: 35-Jährige soll aus Habgier drei Menschen getötet haben

Die Angeklagte (m) bespricht sich vor Verhandlungsbeginn mit ihren Anwälten Bernd Scheske (l) und Henning Cwik am 17.01.2017 in Gießen (Hessen). Aus Habgier soll die 35-Jährige Angeklagte drei Menschen innerhalb weniger Wochen in Hessen und Nordrhein
Mutmaßliche Dreifachmörderin vor Gericht © dpa, Andreas Arnold, arn jai

Mord aus Habgier?

Eine 35-Jährige soll aus Habgier drei Menschen getötet haben. Zum einen den als Zauberer 'Riconelly' bekannten Mann aus Gießen, und eine Mutter und ihre Tochter aus Düsseldorf. 

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Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, im April 2016 den 79-Jährigen aus Habgier ermordet und danach dessen Wohnung in Brand gesetzt zu haben, um Beweise zu vernichten. Einen Monat später soll die Angeklagte in Düsseldorf eine 86-Jährige und deren 58 Jahre alte Tochter getötet haben. Anschließend hob sie laut Anklage mit den erbeuteten EC-Karten Geld ab.

Zum Prozessauftakt schwieg die 35-Jährige. So fußt die Anklage vor allem auf Indizien. Zum Prozessauftakt bezeichnete der Staatsanwalt den Fall denn auch als "außergewöhnlich". Es sei selten, dass eine Frau für eine Raubmordserie wie diese verantwortlich sein soll, erläutert Anklagevertreter Thomas Hauburger. "Ein vergleichbarer Fall ist mir nicht bekannt."

Anfangs seien die Ermittler lediglich von einem Mordopfer ausgegangen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung stießen die Ermittler dann unter anderem auf die EC-Karten, die die 35-Jährige mit dem Düsseldorfer Fall in Verbindung brachte. Bei den getöteten Frauen handelt es sich wohl um Zufallsopfer. Bei ihrer Festnahme bestritt die Beschuldigte den Mord an dem 79-Jährige - einem ehemaligen Nachbarn der Frau. Zu den anderen Vorwürfen machte sie keine Angaben.

Für den Prozess am Landgericht Gießen sind 30 Prozesstage angesetzt. 124 Zeugen sollen gehört werden. Mit einem Urteil ist nicht vor Ende Mai zu rechnen.