Rauch in Egyptair-Maschine: Hat es kurz vor dem Absturz gebrannt?

Suche nach Flugschreibern läuft weiter

Vor dem Absturz des Airbus A320 auf dem Weg von Paris nach Kairo hat es an Bord der Maschine Rauch gegeben haben. Der Nachrichtensender CNN berichtete unter Berufung auf eine ägyptische Quelle, die Bordelektronik habe Rauch registriert. Demnach soll das Flugzeug die Rauchwarnung wenige Minuten vor dem Absturz über das satellitengestützte Kommunikationssystem ACARS abgesetzt haben. Die französische Behörde für Sicherheit der zivilen Luftfahrt BEA bestätigte die Berichte. Den Angaben zufolge wurde zunächst Rauch aus einer Bordtoilette gemeldet, schon eine Minute später habe das Feuer dann auf die Bordelektronik übergegriffen. Die Brandursache ist noch völlig unklar.

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Nach der Bergung erster Trümmerteile des Flugzeugs geht die wichtige Suche nach den Flugdatenschreibern weiter. Die Geräte, die Cockpit-Gespräche und Geräusche, sowie Flugdaten aufzeichnen, senden Funksignale. Sie konnten bisher allerdings nicht geortet werden. Die verschollenen Flugschreiber aus einer Meerestiefe von bis zu viereinhalb tausend Metern zu bergen, gilt als schwierig. Das Suchgebiet liegt rund 290 Kilometer nördlich der ägyptischen Küstenstadt Alexandria. Hier wurden "Körperteile, Sitze und Gepäckstücke gefunden", wie der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos bestätigte.

Was geschah an Bord des Egyptair-Fluges MS804?

Luftfahrt-Experten rätseln weiter über die Ursache des Absturzes. "Es gab zwar keinen Zusammenstoß in der Luft, keine schwere Vereisung und kein ungewöhnlich schlechtes Wetter. Das alles kann man ausschließen. Aber es ist noch zu früh, um zwischen einer technischen Panne und einem Terroranschlag zu unterscheiden", sagt Bertrand Vilmer, Flug-Experte am französischen Gerichtshof. Die bislang gefundenen Spuren reichen nicht aus, um belastbare Schlüsse zu ziehen.

"Es ist in den letzten Jahrzehnten kein Fall bekannt, dass ein Flugzeug, welcher Bauart auch immer durch einen technischen Defekt einfach vom Himmel fällt", erklärt Luftfahrt-Experte Peter Pletschacher. "Es kann technische Probleme an Bord geben. Aber auch dann bleibt der Besatzung Zeit, etwas dagegen zu tun oder einen Notruf abzusetzen." Einen solchen gab es von der Besatzung des Egyptair-Fluges MS804 nicht. An Bord der Maschine, die am frühen Donnerstagmorgen abstürzte, waren 66 Menschen.