Razzia im Rockermilieu: Polizei durchsucht 'Hells Angels' in NRW

Razzia im Rockermilieu
Razzia im Rockermilieu Mehr als 700 Polizeikräfte sind im Einsatz 00:00:29
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700 Polizisten gegen 'Hells Angels' im Einsatz

Großrazzia im Rockermilieu: Seit Mittwochmorgen werden in 16 Städten in ganz Nordrhein-Westfalen Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern der 'Hells Angels' durchgeführt. 700 Polizisten unter der Führung des Polizeipräsidiums Essen sind dabei im Einsatz. Hintergrund: Das Innenministerium hat am frühen Morgen die im Großraum Erkrath aktive Gruppe 'Hells Angels MC Concrete City' und die Teilorganisation 'Clan 81 Germany' verboten.


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Neue Null-Toleranz-Strategie der NRW-Landesregierung

Ziel der Großrazzia, bei der 50 Wohnungen und Geschäfte durchsucht werden, sei es zunächst die Mitglieder des betroffenen 'Hells Angels'-Clubs über das Verbot zu informieren. Außerdem seien Zufallsfunde von Beweismitteln nicht auszuschließen, sagte eine Polizeisprecherin am Morgen. Im Einsatz sind aufgrund der "Gefährlichkeit einiger Rocker" auch Spezialeinsatzkommandos. Außerdem wurden Experten für Organisierte Kriminalität und Steuerhinterziehung des Landeskriminalamts hinzugezogen.

Zweck und Tätigkeit des Rockerclubs und seiner Mitglieder verstießen gegen Strafgesetze, hieß es in der Verbots-Begründung. "Der Rechtsstaat nimmt nicht hin, dass Parallelgesellschaften wuchern, in denen seine Autorität und das Gewaltmonopol missachtet werden", erklärte der NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Das Verbot als Bestandteil einer Null-Toleranz-Strategie gegen kriminelle Rockerbanden sei ein wichtiges Signal.

Die 'Hells Angels' gelten als mächtigster und mitgliederstärkster Rockerclub der Welt. Sie wurden 1948 von Kriegsveteranen in Kalifornien gegründet. Aus der Gruppe von Harley-Davidson-Fans wurde eine straff geführte Organisation mit Mitgliedern in rund 30 Ländern. Der erste deutsche Ableger entstand 1973.