Riestern: Für wen lohnt sich das?

Riestern: Für wen lohnt sich das?
© dpa, A3750 Andreas Gebert

Wer kann Riestern?

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Grundsätzlich haben Arbeitnehmer Anspruch auf die Riester-Zulage, wenn sie in einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag einzahlen. 'Arbeitnehmer' bedeutet vor dem Gesetz, dass alle Pflichtmitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung unmittelbar förderberechtigt sind, sofern sie unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind. Auch Azubis, Wehr- und Zivildienstleistende, Arbeitslose und Eltern in Elternzeit gehören dazu, ebenso Beamte und Soldaten.

Riestern - auch für Selbständige

Aber auch Selbstständige können riestern, wenn sie wenige oder keine Mitarbeiter haben, durch deren Arbeit außerdem keine Gewinne erwirtschaftet werden. Sie sollen den Schutz der Rentenversicherung in Anspruch nehmen können - Hebammen oder Fischer etwa. Dazu kommen Selbstständige, die sich dazu entscheiden, freiwillig Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen.

Wie viel bekomme ich?

Die vollen Zulagen erhalten all alle, die vier Prozent ihres Vorjahresbruttoeinkommens einzahlen. Wer weniger einzahlt, erhält nur entsprechend anteilige Zulagen. Und wer ein sehr geringes oder gar kein Einkommen hat, zahlt den jährlichen Mindestbetrag von 60 Euro - also 5 Euro im Monat. Die Grundzulage, die jeder Riester-Sparer erhält, beträgt 154 Euro.

Sie können Riester sogar in Ihrer Steuererklärung geltend machen, und zwar mit bis zu 2.100 Euro.

Was ist zu beachten?

Ganz wichtig: Sie müssen die Zulagen beantragen. Alleine beim größten Anbieter von Riester-Verträgen, Union Investment, stellten 18 Prozent der berechtigten Anleger keinen Zulagenantrag für das Jahr 2007. Füllen Sie am besten einen Dauer-Zulagen-Antrag aus, dann sparen Sie sich das jährliche Ausfüllen des Antrags. Zahlen Sie Ihre Beiträge jährlich, das kommt Sie etwa 3 Prozent günstiger als wenn Sie monatlich einzahlen.

Kinderzulage

Es gibt eine Kinderzulage, die 185 Euro beträgt. Für Kinder, die nach dem 1.1.2008 geboren sind, gibt es sogar 300 Euro.

Das wird gefördert:

Banksparpläne: Besonders geeignet für Menschen mit hohem Sicherheitsbedürfnis.

Private Rentenversicherung: Eignet sich für jüngere Anleger.

Fondssparpläne:Eher geeignet für risikofreudigere Kunden.

Für wen lohnt Riestern?

Die meisten Vorteile haben jüngere Versicherte mit kleinem Einkommen und mehreren Kindern. Wer viel Geld verdient, sollte besser eine klassische Rentenversicherung abschließen.

Was passiert, wenn der Versicherte vor Eintritt der Rente stirbt?

Tritt der Todesfall vor Beginn der Auszahlung ein, kann der Ehepartner in den laufenden Vertrag einsteigen und erhält dann selbst die Rente. Dies ist auch möglich, wenn der Ehepartner bereits 'riestert'.

Wann beginnt die Auszahlung?

Die Auszahlung beginnt grundsätzlich mit Eintritt in das Rentenalter, frühestens aber mit dem 60. Lebensjahr.

Was passiert bei Vertragsauflösung?

Jeder, der den Vertrag vorzeitig auflöst, muss alle bis dahin gezahlten Zulagen und den Steuervorteil zurückzahlen.

Ist die Riesterrente steuerpflichtig?

Ja, die Auszahlungen sind voll steuerpflichtig

Kann ich bereits bestehende Verträge in Riester-Verträge umwandeln?

Nein, das ist nicht möglich. Ein bereits bestehender Vertrag ist kein förderfähiges Produkt im Sinne des Altersvermögensgesetz.

Bestehende Verträge wurden abgeschlossen, um die Einkommenskürzungen im Rentenalter auszugleichen. Neue Versicherungen oder Finanzdienstleistungsprodukte sind dagegen vorgesehen, die zusätzlich entstehende Versorgungslücke zu füllen.