Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich tritt nach CDU-Wahldebakel zurück

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) spricht am 18.10.2017 in der Sächsischen Staatskanzlei in Dresden (Sachsen) zu den Journalisten. Tillich hat am gleichen Tag seine Rücktritt erklärt.
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich tritt zurück. © dpa, Sebastian Kahnert, skh pil

Politischer Paukenschlag in Sachsen

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich zieht Konsequenzen aus dem schlechten Ergebnis der sächsischen CDU bei der Bundestagswahl. Erstmals und unerwartet wurde die CDU nicht stärkste Kraft in Sachsen. Die Wähler entschieden sich mehrheitlich für die AfD. Die erreichte 27 Prozent. Die CDU kam nur auf 26,9 Prozent. Mehr als neun Jahre war der der 58-Jährige Ministerpräsident.

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Möglicher Nachfolger Michael Kretschmer

Dreieinhalb Wochen ist es her, dass die sächsische CDU eine schwere Niederlage erleiden musste - die CDU wurde bei der Bundestagswahl von der AfD als stärkste Kraft abgelöst. Seitdem war Tillich unter Druck. Als seinen Nachfolger will er den langjährigen sächsischen CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer vorschlagen. 

Auch als CDU-Landesvorsitzender werde er bei dem Parteitag im Dezember nicht mehr zu Verfügung stehen, sagte StanislawTillich. "Für eine gute Zukunft Sachsens sind auch neue Antworten wichtig. Es braucht den Mut, gewohnte Bahnen zu verlassen", sagte Tillich. Deshalb habe er sich entschlossen, die Verantwortung in jüngere Hände zu übergeben. Tillich war seit 2008 Ministerpräsident von Sachsen.

Stanislaw Tillich hatte schärfere Asylpolitik gefordert

Seit Tagen war im Freistaat über eine größere Regierungsumbildung spekuliert worden. Ende September war bereits Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) zurückgetreten. Sie hatte private Gründe angegeben.

Nach der Wahl hatte Tillich bereits eine schärfere Asyl- und Einwanderungspolitik gefordert und von seiner Partei verlangt, die Lücke nach rechts zu schließen. Die sächsischen Landräte hatten von ihm darüber hinaus weitere Konsequenzen gefordert. Die Bundes-CDU würdigte den Einsatz Tillichs für die Partei und dessen Heimatland. Tillich habe sich "in den verschiedensten Funktionen um den Freistaat verdient gemacht und war immer ein starker Vertreter der Interessen seiner Heimat in der Bundespartei", sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber.