Schon wieder bebt die Erde in Nordkorea: Wohl kein neuer Atomtest

Natürlich oder neuer Bombentest?
Natürlich oder neuer Bombentest? Erdbeben in Nordkorea 00:01:35
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Es handelt sich wahrscheinlich um ein "natürliches Beben"

Ein Erdbeben der Stärke 3 hat die nordkoreanische Region Kilju erschüttert. Das Beben in der Nähe des nordkoreanischen Atomtestgeländes löste Befürchtungen aus, Nordkorea könne einen neuen Kernsprengsatz erprobt haben. Südkoreanische Experten erklärten jedoch, es handele sich wohl um ein "natürliches  Beben". Auch die norwegische Erdbebenwarte Norsar gab an, dass es wahrscheinlich nicht von einem neuen Nukleartest ausgelöst wurde. Die bisher ausgewerteten seismischen Signale sprächen eher für ein Nachbeben oder Felseinsturz als für einen neuen Atomtest. Die japanische Regierung verzichtete auf die Einberufung einer Krisensitzung.

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"Eine Schallwelle wurde nicht gemessen"

Während die Südkoreaner ein Beben der Stärke 3 in der Region Kilju gemessen haben, sprachen chinesische Behörden von einem "künstlichen Beben" der Stärke 3,4. "Eine Schallwelle, die gewöhnlich im Falle eines künstlichen Erdbebens entsteht, wurde nicht gemessen", zitierte die Nachrichtenagentur 'Yonhap' einen Mitarbeiter des südkoreanischen Wetteramtes. Das Geologische Institut der USA verortete das Beben in fünf Kilometern Tiefe.

Erdbeben waren jeweils bei unterirdischen nordkoreanischen Atomwaffentests gemessen worden. Das Zentrum des neuen Bebens sei ungefähr an der Stelle gewesen, wo nach dem jüngsten Atomtest am 3. September ein weiteres Beben gemessen worden war, berichtete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur 'Xinhua'. Damals hatten chinesische Seismologen die These geäußert, in dem von Atomtests zerrütteten Gestein sei es zu einem unterirdischen Einsturz gekommen.

Konflikt zwischen USA und Nordkorea spitzt sich zu

Bei dem jüngsten Atomtest war nach nordkoreanischen Angaben eine Wasserstoffbombe gezündet worden, die eine um ein Vielfaches höhere Sprengkraft hat als klassische Atombomben. Dieser sechste Atomversuch Nordkoreas seit 2006 hatte weltweit scharfe Kritik ausgelöst.

Der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA über die Raketen- und Nukleartests von Pjöngjang hatte sich erst am Freitag weiter zugespitzt. Als Reaktion auf kriegerische Töne des US-Präsidenten Donald Trump, der Nordkorea in seiner Rede vor den Vereinten Nationen mit der "totalen Vernichtung" im Falle eines Angriffes gedroht hatte, erklärte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un: "Ich werde den geisteskranken, dementen US-Greis gewiss und auf jeden Fall mit Feuer bändigen."