Schwedischer Zoo tötet neun gesunde Löwenbabys - aus Platzmangel

Drei männliche und ein weibliches  Löwenbaby, die Ende Dezmeber geboren wurden, sitzen am 04.01.2018 im Zoo von Danzig (Polen). Foto: Adam Warzawa/PAP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Löwenbabys in einem Zoo. (Symbolbild) © dpa, Adam Warzawa, sko joh

Tierpark in Boras: Löwen mussten sterben, weil für sie kein Platz mehr war

Kaum zu fassen: In Schweden hat ein Zoo in den letzten fünf Jahren neun gesunde Löwenbabys getötet. Der Grund dafür soll einzig und alleine Platzmangel gewesen sein. "Sie wurden zu groß und haben nicht mehr hineingepasst", sagte der Zoo-Direktor des Tierparks in Boras, Bo Kjellson, dem heimischen Fernsehsender 'SVT'. Zwei junge Löwen starben erst Anfang 2018 - sie wurden zwei Jahre alt. 

"Populationsmanagement" nennt der Zoo die drastische Maßnahme

Angeblich seien solch drastische Maßnahmen normal. Der Zoodirektor gab an, kein Geheimnis daraus machen zu wollen, "dass wir so arbeiten." Das Töten der kleinen Löwen sei "Populationsmanagement", ein "trauriger, aber unumgänglicher Teil der Arbeit mit Löwengruppen".

Alle neun getöteten Löwenbabys hatten bereits einen Namen. Sie wurden allesamt nach Charakteren aus 'Harry Potter' und 'Der König der Löwen' benannt: Potter und Weasley, Simba, Nala, Sarabi, Kiara, Kovu, Rafiki und Banzai hießen die Kleinen. 

Man habe sogar versucht, die Tiere an andere Zoos zu verkaufen, um neuen Platz zu schaffen. Doch angeblich habe es keine Abnehmer für den Löwen-Nachwuchs gegeben. 

Gesunde Tierbabys werden europaweit getötet

Die erschreckenden Nachrichten aus Schweden sind allerdings kein Einzelfall. 2014 wurde in Kopenhagen (Dänemark) eine gesunde Giraffe getötet, in Bern ein Bärenbaby - die Grunde dafür waren mindestens genauso wenig nachvollziehbar. "Gerade die Schweizer Zoos haben eine lange Tradition von Tötungen gesunder Tierbabys", so Peter Höffken von der Tierschutzorganisation 'PETA'. "Das ist nicht nur der Zoo in Bern, auch in Basel und Zürich werden immer wieder gesunde Jungtiere eingeschläfert – und zwar einfach aus Platzgründen."

In Deutschland werden überschüssige Tiere auch zunächst weiterverkauft - auch an private Käufer. Wildtiere werden unter Umständen getötet und ihr Fleisch zum Kauf angeboten. Ein Teil des überschüssigen Nachwuchses wird aber auch an andere Tiere weiterverfüttert. "Wir können Hyänen nicht auf Rucola und Salat mit Parmesan umstellen. Das sind Raubtiere. Die brauchen Fleisch", sagte Harald Kühlborn, Leiter des Tierpark Sababurg, der Zeitung 'Die Welt'.