Sie sollten in Sicherheit gebracht werden: Tote bei Angriff auf Buskonvoi mit syrischen Zivilisten

Bus mit evakuierten Zivilisten in Syrien
Die Busse mit den Evakuierten wurden nahe Aleppo an der Weiterfahrt gehindert. Dann Explodierte eine Bombe. © REUTERS, AMMAR ABDULLAH, ALH/KV

Am Anschlagsort boten sich grausige Bilder

In Syrien sollten Tausende Zivilisten wegen nicht enden wollender Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen aus ihren Dörfern in Sicherheit gebracht werden. Doch bei der chaotischen Evakuierung gab es Probleme. Der Buskonvoi mit den Flüchtlingen an Bord blieb nahe Aleppo stecken. Dann explodierte eine Bombe. Mindestens 126 Menschen starben, Dutzende wurden verletzt, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.  

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Am Anschlagsort boten sich grausige Bilder. Mehrere Busse und Autos brannten völlig aus. Leichen lagen einfach auf der Straße, während Helfer verzweifelt versuchten, die Flammen nach der Explosion zu löschen. Unter den Evakuierten herrschte Angst und Panik vor weiteren Angriffen.

Wer ist für den Anschlag verantwortlich?

Die Lage der Menschen in den Bussen – darunter viele Familien mit Kindern – bleibt katastrophal. Das Warten auf die Weiterfahrt entwickelt sich zu einem wahren Nervenkrieg. Viele hätten seit Freitagmorgen weder geschlafen noch gegessen. Es gebe kaum Toiletten. "Das ist wie ein kleines Gefängnis", schrieb der Aktivist Nahel Nur. Niemand weiß, ob und wann die Busse weiterfahren können.

Wer für die Explosion verantwortlich ist, ist noch unklar. Der Sprengsatz detoniert westlich von Aleppo, als die Busse mit rund 5.000 Menschen aus den belagerten Orten Fua und Kafraja auf die Weiterfahrt warteten. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur 'Sana' sprach von einem Anschlag von "Terroristen". Oppositionelle Aktivisten beschuldigten Anhänger der Regierung, die Bombe gezündet zu haben.

Die Busse wurden an der Weiterfahrt gehindert, weil es offenbar Probleme mit der Umsetzung eines Abkommens zwischen den Rebellen und der Regierung gab. Die Kriegsparteien hatten sich eigentlich darauf geeinigt, die Zivilisten aus vier belagerten Dörfern abziehen zu lassen. Nach Angaben von Aktivisten stoppte die Al-Kaida-nahe Organisation Tahrir al-Scham die Fahrzeuge, weil sie den Regierungsanhängern vorwarf, sich nicht an die Abmachung gehalten zu haben.