Siegaue-Vergewaltigung: Opfer muss alle grausamen Details erzählen

Vergewaltigte Camperin muss vor Gericht aussagen
Vergewaltigte Camperin muss vor Gericht aussagen Auge in Auge mit dem Täter 00:03:02
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Paar wurde in der Siegaue mitten in der Nacht im Zelt überfallen

Es ist unvorstellbar, was eine 23-Jährige in der Nacht zum 2. April 2017 durchmachen musste. Die junge Frau zeltete mit ihrem Freund in der Siegaue bei Bonn. Mitten in der Nacht wurde das Paar von einem Mann überfallen, der sie mit einer Astsäge bedrohte. Die 23-Jährige ergab sich widerstandslos und ließ sich von dem 31-Jährigen vergewaltigen. Nun muss sie im Prozess gegen den Mann aussagen und alle grausamen Details der Nacht noch einmal schildern.

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Auge in Auge mit dem Täter

Obwohl die junge Frau schon genug erleiden musste, führt an diesem schweren Gang kein Weg vorbei. Damit der mutmaßliche Täter lange ins Gefängnis wandert, muss die 23-Jährige aus Baden-Württemberg die traumatischen Erlebnisse des Vorfalls noch einmal den Richtern erzählen. Und das, während der Mann, der ihr das alles wohl angetan hat, im gleichen Raum sitzt. Zum Schutz des Opfers hat das Gericht immerhin die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen. Doch die junge Frau bleibt tapfer und steht den Richtern vier Stunden lang Rede und Antwort. Sie versucht dabei die ganze Zeit, den Angeklagten Eric X. nicht anzusehen.

Dem Siegaue-Vergewaltiger droht eine lange Haftstrafe

In der Tatnacht habe die junge Frau geistesgegenwärtig reagiert, erklärte die Kripobeamtin, die damals Dienst hatte. Die Frau ergab sich dem Täter und beschwor ihren Freund, sein Messer stecken zu lassen und die Polizei zu rufen. Als die Beamten am Tatort eintrafen, war die 23-Jährige einfach nur glücklich, dass beide noch am Leben waren. Als sie den Beamten später erzählen musste, was passiert war, fing sie an, furchtbar zu zittern. Erst als sie ihre Aussage zu Protokoll gegeben hatte, brach sie zusammen.

Das Schlimmste hat die junge Frau jetzt hoffentlich hinter sich. Wenn die Richter den Angeklagten schuldig sprechen, drohen dem Asylbewerber aus Ghana fünf bis 15 Jahre Gefängnis.