Solarflieger 'Solar Impulse 2' zur Erdumrundung gestartet

Mission: Mit sauberer Technik die Welt verändern

Ohne Treibstoff rund um die Welt: Heute hat die mit Spannung erwartete erste Erdumrundung eines Solar-Flugzeugs begonnen. Der Schweizer Pilot André Borschberg (62) hob mit der 'Solar Impulse 2' (Si2) vom Militärflugplatz im Golfemirat Abu Dhabi ab. In insgesamt zwölf Etappen will er abwechselnd mit dem Abenteurer Bertrand Piccard (57) die Welt umrunden, geplant sind dafür 25 Tage.

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'Solar Impulse 2' wird mit 17.000 Solarzellen betrieben.
Die 'Solar Impulse 2' soll bis zu fünf Tage und Nächte in der Luft bleiben können. © dpa, Ali Haider

Borschberg und Piccard - der als erster die Welt mit einem Ballon umkreiste - haben eine Mission: Sie wollen eine breite Öffentlichkeit sowie Politiker und Unternehmer zu mehr Einsatz für erneuerbare Energien bewegen und zeigen, wie saubere Technologien die Welt verändern können. "2015 kann zu dem Jahr werden, in dem wir aufhören, unseren Planeten zu zerstören", erklärten die Umweltaktivisten kurz vor dem Start.

Erste planmäßige Landung geglückt

17.000 Solarzellen sitzen auf den Flügeln mit einer Spannweite von 72 Metern.
Die 'Solar Impulse 2' wird mit 17.000 Solarzellen betrieben. © dpa, Rezo

Ziel der ersten von insgesamt zwölf Flugetappen war Maskat. In der Hauptstadt des Sultanats Oman glückte nach rund zwölf Stunden die erste planmäßige Landung. Von dort aus führt die Route in Etappen an insgesamt 25 Flugtagen nach Indien und China bis in die USA. Von New York geht es dann nach Südeuropa oder nach Nordafrika. Ende Juli oder Anfang August soll die 'Solar Impulse 2' wieder am Persischen Golf ankommen. Borschberg und Piccard wechseln sich in dem Einpersonen-Cockpit ab. Die härtesten Etappen werden die Überquerungen des Pazifiks und des Atlantiks sein, bei denen der jeweilige Pilot mehrere Tage und Nächte allein in dem Flieger unterwegs sein muss.

Zur Begleitung des Si2-Projekts haben sie die Internet-Plattform 'Future is clean' ('Die Zukunft ist sauber') eingerichtet. Ihre Erfahrungen mit der Technologie des Solarfliegers während der Erdumrundung wollen Piccard und Borschberg bei der Weltklima-Konferenz im Dezember in Paris vorstellen. Angetrieben wird das einsitzige Karbonfaser-Flugzeug von vier Elektromotoren. Mehr als 17.000 Solarzellen zapfen der Sonne die erforderliche Energie ab. Die Zellen sitzen auf den Flügeln mit einer Spannweite von 72 Metern - das ist mehr als bei einem Jumbojet. Gespeichert wird die Solarenergie in Lithium-Batterien. Das Flugzeug soll bis zu fünf Tage und Nächte in der Luft bleiben können.