SPD-Parteitag: Deutliche Mehrheit für "ergebnisoffene Gespräche" zur GroKo, Schulz bleibt Vorsitzender

Akt Groko Schuuuuuulz
Akt Groko Schuuuuuulz 00:03:18
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Grünes Licht für Vorgespräche mit der Union, Martin Schulz wiedergewählt

Nach einer langen, intensiven Debatte hat sich auf dem SPD-Parteitag in Berlin eine Mehrheit für die Aufnahme von ersten GroKo-Gesprächen ausgesprochen. Gegenanträge der Jusos, die eine GroKo kategorisch ausgeschlossen hatten, wurden abgelehnt. Im Anschluss wurde Martin Schulz als Parteivorsitzender wiedergewählt.

SPD ringt sich zu Gesprächen mit der Union durch

Nach einem wahren Rede- und Antragsmarathon haben sich die Delegierten auf dem SPD-Parteitag in Berlin für Gespräche über eine große Koalition ausgesprochen. Die kontroverse Debatte macht den Weg für "ergebnisoffene Gespräche" frei, wie der Parteivorsitzende Martin Schulz sie am Morgen gefordert hatte. Er wurde im Rahmen des Parteitags in seinem Amt bestätigt. 81,9 Prozent der Delegierten stimmten für ihn.   

Die Jusos, die eine GroKo kategorisch ausschließen, hatten mit ihren Gegenanträgen keinen Erfolg. Nächste Woche Mittwoch will der SPD-Vorstand mit Vertretern von CDU und CSU zusammenkommen, um über Sondierungsgespräche zu beraten. Allerdings betonte Martin Schulz, dass es "keinen Automatismus für irgendetwas" gebe. Die CDU begrüßte den Beschluss der SPD, der Vorstand werde nun am Sonntag und Montag über das weitere Vorgehen beraten, erklärte Bundesgeschäftsführer Klaus Schüler.

Mitglieder haben das letzte Wort

Klare Mehrheit für Aufnahme von GroKo-Gesprächen beim SPD-Parteitag.
Der SPD-Vorstand um Parteichef Martin Schulz hatte intensiv Werbung für GroKo-Gespräche gemacht. © dpa, Michael Kappeler, htf

SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles rief die Delegierten dazu auf, keine Angst vor der großen Koalition zu haben. Man "brauche" die SPD, die Partei könne mit "inhaltlicher Überzeugung und Selbstbewusstsein" in die Gespräche gehen. Über die Aufnahme von formellen Koalitionsverhandlungen müsste jedoch ein Sonderparteitag abstimmen. Das letzte Wort haben in der GroKo-Frage die Mitglieder. Einen Koalitionsvertrag würde ihnen zur Abstimmung vorgelegt werden.