SPD springt über ihren Schatten und spricht sich für Sondierungs-Gespräche mit der CDU aus

SPD will nun doch mit der CDU sondieren
SPD will nun doch mit der CDU sondieren Gespräche über Regierungsbildung 00:00:59
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Die SPD sagt: Ja. Oder eher: Ja, aber...

Nach langem Ringen hat sich die SPD-Spitze dafür ausgesprochen, nun doch Sondierungen mit CDU und CSU über eine Regierungsbildung aufzunehmen. Das beschloss nun der Parteivorstand in Berlin. Knapp drei Monate nach der Bundestagswahl kann damit eine neue Sondierungsrunde beginnen - nachdem die FDP die Sondierungen für ein Jamaika-Bündnis hatte platzen lassen.

Wie viel Koalition darf's denn sein, Frau Merkel?

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles erklärte: "Wir werden offen und konstruktiv in die Sondierungen gehen. Wir wollen über Politik sprechen, die das Leben der Menschen besser macht. Es geht darum, den Zusammenhalt zu stärken - in Deutschland und in Europa."

Die Union von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will nur über eine "stabile Regierung" verhandeln - und damit de facto alleine über eine große Koalition. SPD-Chef Martin Schulz hatte den SPD-Mitgliedern aber beim jüngsten Bundesparteitag zugesichert: Mann kann auch über eine Minderheitsregierung Merkels verhandeln.

Dabei würde die SPD keine Minister ins Kabinett schicken und Merkel nur bei bestimmten Projekten unterstützen. Eine weitere Idee ist eine Art "Koalition light", mit SPD-Ministern in der Regierung. Bei der sogenannten Kooperations-Koalition (Koko) würden nur wenige gemeinsame Projekte in einem knappen Koalitionsvertrag vereinbart - daneben könnte jede Seite eigene Projekte mit anderen Parteien und Mehrheiten im Bundestag durchsetzen. Die Union lehnt dies ab.

SPD-Kehrtwende nach Steinmeiers Appell

Schulz hatte nach der Bundestagswahl am 24. September und dem Aus der Jamaika-Sondierungen zwei Mal den Gang in eine große Koalition ausgeschlossen. Er begründete das mit den herben Verlusten der SPD bei der Bundestagswahl, als die Partei nur noch auf 20,5 Prozent kam. Nach mahnenden Worten von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier machte aber jedoch eine 180-Grad-Kehrtwende und signalisierte Bereitschaft zu Gesprächen mit der Union.