Starb Andreas S. durch defekten Aufzug? So herzlos reagiert der Vermieter

Starb Andreas S. durch defekten Aufzug?
Starb Andreas S. durch defekten Aufzug? So dreist reagiert jetzt der Vermieter 00:03:30
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Fahrstuhl war seit Wochen defekt

Natalie S. und ihrer Schwester fällt es extrem schwer zu akzeptieren, dass ihr Vater gestorben ist. Dieser war im Treppenhaus zusammengebrochen, nachdem er die Einkäufe in den neunten Stock geschleppt hatte - weil der Aufzug seit Wochen defekt war. Die Töchter kochen vor Wut und erheben schwere Vorwürfe: Der Tod ihres Vaters sei vermeidbar gewesen und der Vermieter des Berliner Hochhauses würde eine Mitschuld tragen. Doch dieser dreht den Spieß nun um.

Herztod nach 130 Stufen

Natalie erinnert sich nur schweren Herzens an das letzte Telefonat mit ihrem Vater. Drei Tage vor seinem Tod hatte er sich noch über den immer noch defekten Aufzug beschwert. „Er hat sich beschwert, dass niemand gekommen ist und den Aufzug repariert hat“.
 
Kurz vor seinem Tod hatte der lebensfrohe Familienvater noch ein paar Besorgungen gemacht. Da der Aufzug zu diesem Zeitpunkt nicht funktioniert, muss er die vollen Einkaufstüten bis in den neunten Stock schleppen. Der 63-Jährige bricht plötzlich zusammen und stirbt.

Vor elf Jahren habe er einen Herzinfarkt gehabt, sagt Natalie. Danach sei alles wieder gut gewesen, er habe ganz normal gearbeitet. „Vor einigen Monaten wurde dann eine Herzinsuffizienz festgestellt“, so die junge Frau.

Ihr Vater arbeitete als Taxifahrer fast täglich und musste sich, da der Aufzug seit Wochen defekt ist, jedes Mal 130 Stufen hoch und runter quälen. Telefonische Beschwerden beim Vermieter seien angeblich ignoriert worden.

Wir sprechen mit dem Vermieter. Und der reagiert richtig dreist. Was er sagt und wie er jetzt den Spieß umdreht, das sehen Sie im Video.

Gelähmte Frau sitzt seit Monaten in ihrer Wohnung fest

Defekte Aufzüge scheinen kein seltenes Problem zu sein. Nur ein paar Häuser weiter ist ebenfalls der Fahrstuhl defekt – und das seit unglaublichen vier Monaten.

Für Marina Imeri ist das ein richtiges Problem. Denn ihre Mutter sitzt im Rollstuhl und ist seit Monaten in ihrer eigenen Wohnung gefangen. "Sie kann nicht raus, kann nicht mit zum Friedhof zu meinem Vater, was sie gerne möchte. Sie dreht immer durch. Sie weint", so die verzweifelte Tochter.

Muss man als Mieter hinnehmen, dass der Fahrstuhl mehrere Monate nicht funktioniert? Wibke Werner vom Berliner Mieterverein erklärt: „Bei einem so langen Ausfall des Fahrstuhls kommt die Frage auf, ob man nicht Anspruch auf eine Ersatzunterkunft hat, wenn man auf den Fahrstuhl angewiesen ist.“