Tausend tote Seesterne an Nordseeküste – leiden die Tiere an einer Krankheit?

Tote Seesterne am Strand von Westerland auf der Nordseeinsel Sylt.
Unzählige tote Seesterne liegen an einem Strand von Westerland auf Sylt. © dpa, Daniel Friederichs

"Das Meer gibt und nimmt"

Stürme haben wohl tausenden Seesternen im Bereich von Westerland auf Sylt das Leben gekostet. Von festeren Flächen (wie zum Beispiel Miesmuschelbänken) abgetragen, könnten die Tiere an einem Strand angeschwemmt worden und dort nach kurzer Zeit verendet sein. Das vermutet Norbert Grimm vom Sylter Amt für Umwelt, Landschaft und Küste.

Das Sterben von Seesternen im Winter ist laut Experten keine Seltenheit. Die Zahl der Kadaver scheint in diesem Winter aber höher zu sein, als sonst. "Das Meer gibt und nimmt", sagt Grimm und betont, dass die Seestern-Population keinesfalls gefährdet sei. Laut Christof Goetze von der Naturschutzgesellschaft 'Schutzstation Wattenmeer' könne es sich auch um eine Krankheit handeln. Was die Seesterne krank mache, wisse man aber nicht. Für den Biologen ist auch noch unklar, ob ein Zusammenhang mit den vor St. Peter-Ording am Festland tot gefundenen Seesternen besteht.

Ursache für das Seesternsterben bleibt im Dunkeln

Der Sprecher der Nationalparkverwaltung im Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein, Hendrik Brunckhorst, vermutet für das Sterben der Seesterne nach Rücksprache mit Experten eine natürliche Ursache. "Die Natur ist voller Schwankungen". Dass "alle paar Jahre im Januar oder Februar" tote Seesterne gefunden werden, sei normal. Die genaue Menge der Kadaver kenne man zwar nicht, es sei aber wohl eine Zahl, die vor 20 Jahren das letzte Mal erreicht wurde – also mehr als üblich.

Da es auch keine so tiefen Wasserstände gegeben habe, dass die Seesterne auf Muschelbänken vertrocknen konnten, bleibt die Ursache für das Sterben der Tiere bislang unklar.