Tiergestützte Therapie: Diese Tiere helfen chronisch erkrankten Menschen

So helfen Tiere chronisch kranken Kindern
So helfen Tiere chronisch kranken Kindern Therapie durch Hase, Hund & Co. 00:01:46
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Tiertherapien auch mit heimischen Tieren erfolgreich

Tiere können erfolgreich bei der Behandlung von Patienten eingesetzt werden – dazu zählen nicht nur teure Delfin-Therapien. Auch Streicheleinheiten mit heimischeren Tieren wie Hund, Katze und Kaninchen können kleine Wunder bei Erkrankten bewirken. Blöd nur, dass die in Krankenhäusern verboten sind. Naja, eigentlich! In ungefähr 140 Krankenhauseinrichtungen ist es inzwischen möglich, dass Tiere zu Therapiezwecken zu Besuch kommen. Was es damit auf sich hat und wie Patient Lukas damit geholfen wird, erfahren Sie im Video.

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Tiergestützte Therapie: Warum helfen Tiere?

Wie funktioniert die tiergestützte Therapie? Was sie erfolgreich macht, ist die emotionale Nähe und Wärme von Tier zu Mensch. Tiere schaffen es, zu motivieren und zu beruhigen: Tiere können Menschen sowohl zu Taten beflügeln, als auch dabei unterstützen, Stresshormone abzubauen.

Auch bei Demenzkranken oder Menschen, die unter Depressionen leiden, können Tiere therapeutische Hilfe leisten. So konnte in einer Studie der Universität Bonn belegt werden, dass Katzen bei der Bewältigung von Lebenskrisen helfen. Katzen spenden demnach Lebensfreude, Trost und bauen den Besitzer in Krisensituationen auf. Außerdem wirken sie der Einsamkeit entgegen.

Zudem regeln Tiere den Alltag. Wer ein Tier hat, muss Verantwortung übernehmen. Regelmäßig füttern, es saubermachen, Zeit verbringen – das strukturiert Abläufe und ist eine sinnstiftende Beschäftigung, die bei Depressiven auch zu neuem Lebensmut verhelfen kann.

Gegen welche Erkrankungen helfen Tiere?

ARCHIV - Die zehnjährige Leonie streichelt ihr Meerschweinchen Speedy auf dem Bauernhof in Erkelenz (Archivbild vom 18.02.2011). Eine Hobbyzüchterin aus Hadlikon, einem Dorf im Zürcher Oberland in der Schweiz vermietet Miet-Meerschweinchen für verwai
Durch Tiere lernen Kinder auch Verantwortung zu übernehmen. © dpa, Roland Weihrauch

Auch bei Verhaltensgestörten Kindern ist der Effekt, den Tiere haben, nennenswert: Durch den Kontakt mit Vierbeinern lernen sie, Kontaktängste abzubauen und stärken ihr Selbstbewusstsein. Behinderten Menschen helfen Hunde ihr Leben selbstständiger zu gestalten. Der Führhund beispielsweise hilft blinden Menschen souverän durch den Alltag.

Bei Spastik, die durch Hirnschädigung hervorgerufen wurde, Multipler Sklerose und Krankheiten des zentralen Nervensystems schlagen Tier-Therapien ebenfalls gut an. Hippotherapie nennt sich diese Form der tiergestützten Therapie, die mit Pferden praktiziert wird. Durch das Sitzen auf Pferden werden Muskeln, Gelenke und Nerven angesprochen. Besonders bei Multipler-Sklerose-Patienten wird dies als alternative Krankengymnastik eingesetzt. Auch die emotionale Wirkung im Umgang mit Pferden auf das Seelenwohl ist nicht zu unterschätzen.