Tod durch Milchallergie: Dreijähriger isst in der Kita ein Käsesandwich und stirbt

Dreijähriger mit Milchallergie stirbt durch Käsesandwich
Dreijähriger mit Milchallergie stirbt durch Käsesandwich Die Betreuer in der Kita hatten nicht aufgepasst 00:00:53
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Elijah S. erlitt einen anaphylaktischen Schock

Vermutlich war ein gegrilltes Käsesandwich dafür verantwortlich, dass Elijah S. heute nicht mehr am Leben ist. Der Dreijährige aus New York litt nämlich an einer starken Allergie gegen Milchprodukte. Seine Eltern hatten die Betreuer in der Kita zwar darüber informiert, trotzdem passierte am 3. November der fatale Fehler: Elijah aß ein Käsesandwich und erlitt einen anaphylaktischen Schock.

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"Schon kleinste Mengen reichen aus"

"Das kann passieren", bestätigt der Arzt Dr. Christoph Specht. "Wenn man eine Milchallergie hat, reichen schon kleinste Mengen aus, um einen anaphylaktischen Schock zu produzieren." Diese stärkste Form der allergischen Reaktion ist zum Glück selten. Der Körper reagiert sehr heftig auf bestimmte Eiweiße in der Milch, die vom Immunsystem als gefährlich eingestuft werden.

Elijah kam zwar noch ins Krankenhaus, doch die Ärzte konnten ihm nicht mehr helfen. Der Dreijährige starb. "Wir können und wir müssen mehr tun, um unsere Kinder vor lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen zu schützen", forderte seine Familie auf der Crowdfunding-Plattform 'gofundme.com'. Elijahs Verwandte sammeln dort Geld, um die Beerdigung und eine unabhängige Obduktion der Leiche zu bezahlen, um endgültig zu klären, wer für den Tod des kleinen Jungen verantwortlich ist.

Was ist der Unterschied zwischen einer Kasein- oder Laktoseintoleranz und einer Milchallergie?

Eine Laktoseintoleranz – also eine Milchzuckerunverträglichkeit – kommt fast nur bei Erwachsenen vor. Den Betroffenen fehlt das Enzym Laktase im Körper, sodass sie Milchzucker bei der Verdauung nicht aufspalten können. Wer trotz Laktoseintoleranz Milchprodukte zu sich nimmt, muss mit Verdauungsproblemen, wie Bauchschmerzen oder Durchfall rechnen. Bei einer Kaseinunverträglichkeit hat der Körper Probleme mit der Verdauung von Milcheiweiß.

Bei einer Milchallergie hingegen ist ebenfalls das Milcheiweis das Problem, "weil der Körper glaubt, dass er sich dagegen wehren muss", erklärt Dr. Specht. Anders als bei einer Unverträglichkeit, kann die Reaktion des Körpers aber viel heftiger ausfallen. Beim Verzehr von Milchprodukten spüren Allergiker fast sofort ein Kribbeln im Mund oder Juckreiz am ganzen Körper. Es bilden sich rote Quaddeln und im schlimmsten Fall kommt es zu Herzkreislaufproblemen. Auch die Bronchien können sich verkrampfen, die Betroffenen können nicht mehr richtig atmen und brechen zusammen. Wenn ihnen dann nicht schnell genug geholfen wird, kann es gefährlich werden.

Wie häufig ist eine Milchallergie?

Eine Milchallergie ist zum Glück aber relativ selten und tritt laut der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) typischerweise im Säuglingsalter auf. In Europa sind wahrscheinlich nur rund 0,6 Prozent der Menschen von einer Milchallergie betroffen. Bei den meisten Kindern klinge die Allergie dann aber bis zum dritten Lebensjahr wieder ab.

"Bei der Laktoseintoleranz ist es umgekehrt", erklärt Dr. Specht. Die Unverträglichkeit betrifft Kinder fast nie, sondern tritt erst im Erwachsenenalter auf und sei dann auch relativ häufig. "Rund 70 Prozent aller Erwachsenen weltweit haben nicht genug Laktase im Körper, um Milch verdauen zu können", erklärt der Mediziner. Dass viele Europäer Milch vertragen, sei eigentlich ungewöhnlich. Der Normalzustand bei Erwachsenen ist eigentlich die Laktoseintoleranz, die unterschiedlich stark ausfallen könne.