Trauriges Leben für Belugas im russischen Wanderzoo: "Es ist wie in einer Badewanne zu leben"

Miserable Bedingungen für Belugas im Wanderzoo
Miserable Bedingungen für Belugas im Wanderzoo "Es ist wie in einer Badewanne zu leben" 00:00:58
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Unmögliche Lebensumstände für Belugas

Seit Generationen werden Tiere zur Unterhaltung des Menschen gefangengenommen. Man trainiert ihnen Kunststücke an, die sie vor Publikum aufführen sollen. So geht es auch den Belugas im russischen Wanderzoo 'Russisches Reise-Delfinarium'. Die Umstände, unter denen die Tiere in dem Zoo leben müssen, sind katastrophal. Tierschützer kämpfen nun darum, dass sich das bald ändert.

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"Es ist wie in einer Badewanne zu leben"

Normalerweise erreichen Belugas (auch als Weißwal bekannt) in freier Wildbahn ein Alter zwischen 35 und 50 Jahren. Wie 'The Dodo' berichtet, sterben die Tiere, die in russischen Delfinarien gehalten werden, oft nach nur etwa zehn Jahren. Grund dafür sind unhygienische Lebensbedingungen und Stress, dem die Tiere täglich ausgesetzt werden. Im Wanderzoo 'Russisches Reise-Delfinarium' sind die Zustände besonders schlimm.

Oxana Fedorova, Tierschützerin und Gründerin von 'Save Dolphins', ist schockiert über die dortigen Zustände. Meerestiere werden in dem Wanderzoo auf engstem Raum gehalten. Die Plastikpools, mit denen die Belugas Tom und Una sich als Wohnraum begnügen müssen, sind kaum drei Meter tief und nur 15 Meter breit. Das alleine wiegt in Fedorovas Augen schon schwer genug. Zum Vergleich: In ihrem natürlichen Lebensumfeld schwimmen Belugas jeden Tag mehrere Meilen und tauchen dabei etwa 40 Meter tief ins Wasser. "Es ist wie in einer Badewanne zu leben", so Fedorova.

Am schlimmsten jedoch ist es, wie die Belugas während eines Umzugs behandelt werden - und die finden bei einem reisenden Zirkus häufig statt. Die bis zu fünf Meter großen Belugas werden dabei in ein Aquarium gesperrt, das gerade mal 4,5 Meter lang ist. Dort verweilen die Tiere tagelang, bis sie wieder in einen Plastikpool gebracht werden.​ Diese Prozedur ist legal und auch kein Einzelfall in russischen Wanderzoos.

Tierschützer hoffen auf Hilfe der russischen Regierung

Fedorova und ihr Team kämpfen nun für bessere Lebensumstände. Dafür bitten sie um Unterstützung aus aller Welt, aber vor allem um die der Russen. "Die russische Regierung wird den Protest der Öffentlichkeit hören und darauf reagieren, aber er muss von den Bürgern Russlands kommen!"

Im Video erfahren Sie, wie traurig das Leben der Belugas war, die vor Tom und Una in dem reisenden Zirkus auftraten und mit welchen unmöglichen Lebensbedingungen die Tiere außerdem zu kämpfen haben.