Trumps 24-Stunden-Bilanz: Die halbe Welt als "Dreckslöcher" bezeichnet und Großbritannien brüskiert

Trump beleidigt Staaten als "Dreckslöcher"
Trump beleidigt Staaten als "Dreckslöcher" Deftige Wortwahl 00:01:27
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UN nennt Trumps Äußerung "rassistisch"

Benehmen ist Glückssache, diese Weisheit trifft auf viele Politiker zu, doch auf diesen ganz besonders: Erneut ist US-Präsident Donald Trump unangenehm aufgefallen und hat sich im Ton vergriffen. "Drecksloch-Staaten" soll er afrikanische Länder sowie El Salvador und Haiti genannt haben. Diese Äußerung sei bei einem Gespräch mit Senatoren über den Schutzstatus bestimmter Einwanderer gefallen, berichten seriöse US-Medien übereinstimmend.

Dementi per Twitter

Palmenstrand in Cap-Haitien, Haiti,
Für die einen ist Haiti eine Karibik-Insel, Donald Trump bezeichnet es als "Drecksloch". © REUTERS, ANDRES MARTINEZ CASARES, AMC/MMA

"Warum wollen wir diese Leute aus Afrika hier haben? Das sind Dreckslöcher. Wir sollten mehr Leute aus Norwegen haben", soll der Präsident unter anderem gesagt haben.  Das bestätigt unter anderem Dick Durbin, Senator von Illinois

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Der UN-Menschenrechtsrat brandmarkte Trumps Ausfall als "rassistisch", eine Sprecherin sagte, sie sei "entsetzt". Mehrere Länder Afrikas warfen dem US-Präsident ein völlig inakzeptables Verhalten vor.

Trump twitterte, er habe zwar eine harte Sprache benutzt, diese Formulierung aber nicht. Wie viel Glauben diesem Dementi zu schenken ist, sei dahingestellt - schon öfter hat der US-Präsident nachweislich gelogen.

London-Reise mit fehlerhaftem Tweet abgeblasen

Ganz nebenbei ist es Trump zudem gelungen, einen der ältesten Verbündeten der USA in der Welt zu brüskieren, indem er kurzfristig eine geplante Reise nach Großbritannien mit einer fadenscheinigen Begründung absagte. Auch dies geschah stillos und ohne jedes Feingefühl per Twitter, nicht in einem persönlichen Gespräch, wie man es unter alten Freunden vielleicht erwarten könnte.

Trump sollte im Februar in London die neue Botschaft der USA offiziell eröffnen. Er twitterte, er sei kein großer Fan von der unter seinem Amtsvorgänger Barack Obama getroffenen Entscheidung, den bisherigen Sitz der Botschaft in bester Lage für "Peanuts" zu verkaufen und eine neue Botschaft für 1,2 Milliarden Dollar (etwa 1 Milliarde Euro) an einem abgelegenen Ort zu bauen. "Schlechter Deal. Da werde ich kein Band durchschneiden!", schrieb er. Der Tweet enthält einen peinlichen Schnitzer: Berichte über die neue Botschaft in London gab es schon im Oktober 2008 - damals war Trumps republikanischer Parteifreund George W. Bush US-Präsident.

Absage aus Angst vor Massenprotesten?

Die neue US-Botschaft in London
Die neue US-Botschaft am Londoner Themse-Ufer. Die Lage gefällt US-Präsident Trump nicht. © REUTERS, PETER NICHOLLS, SW/DN

Der tatsächliche Grund für die Absage könnten nach Angaben von Politikern und britischen Medien die befürchteten und angekündigten Massenproteste gegen Trump sein. "Er hat die Botschaft verstanden", teilte Londons Bürgermeister Sadiq Khan von der oppositionellen Labour-Partei triumphierend mit. Viele Briten seien nicht mit Trumps Politik einverstanden.

Außenminister Boris Johnson beleidigte umgehend Khan und Labour-Chef Jeremy Corbyn: Solche Leute seien "aufgeblasene, wichtigtuerische Lackaffen", die die wichtigen wirtschaftlichen Beziehungen mit den USA gefährdeten.