Umfrage: Väter gefangen zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Väter-Studie, Eltern, Umfrage unter Vätern
41 Prozent der Väter klagen, dass sie unter der Woche nicht genug Zeit für ihren Nachwuchs haben. © dpa/dpaweb, Z1022 Patrick Pleul

81 Prozent wollen so viel Zeit wie möglich mit dem Nachwuchs verbringen

Was wollen Väter? Dieser Frage sind Meinungsforscher des Forsa-Instituts im Auftrag der Zeitschrift 'Eltern' nachgegangen und haben dazu 1.000 Väter zwischen 20 und 55 Jahren befragt. Die Antwort ist simpel und zugleich komplex: alles. So wollen 81 Prozent der Väter so viel Zeit wie möglich mit ihren Kindern verbringen – und ganz nebenbei noch die Rolle des 'Ernährers' ausfüllen. Denn 61 Prozent wollen mit ihrem Einkommen dafür sorgen, dass es der Familie gut geht.

Ein Zwiespalt, der zunehmend zum Problem wird. In den ersten drei Jahren nach der Geburt verbringen zwei Drittel der Väter an einem durchschnittlichen Wochentag mehr als zwei Stunden mit ihrem Nachwuchs. Gleichzeitig räumen jedoch 41 Prozent ein, dass die Zeit, die sie mit ihrem Kind unter der Woche verbringen, nicht ausreichend ist. Was steht der gemeinsamen Zeit mit den Kindern im Wege? Es ist natürlich der Job – und der geht vor. Neun von zehn Vätern sind Vollzeit berufstätig, daran hat sich auch im Vergleich zu älteren Befragungen nichts geändert.

Der Mann muss ja die Kohle nach Hause bringen, könnte man argumentieren, und hat deshalb gar keine andere Wahl. Falsch – er hat eine Wahl. Doch 64 Prozent favorisieren das Vollzeit-Arbeitsmodell und für gerade mal 33 Prozent käme Teilzeit infrage. In mehr als der Hälfte der Fälle bieten Betriebe flexible Arbeitszeitmodelle an, doch diese bleiben meist ungenutzt.

Elternzeit kommt langsam in Mode

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die Elternzeit kommt beim 'starken Geschlecht' immer mehr in Mode. In den zurückliegenden sechs Jahren nahmen bereits 44 Prozent sogenannte Vätermonate – am beliebtesten ist dabei die Schnuppervariante von zwei Monaten. Von der traditionellen Rollenverteilung wollen die Väter aber dennoch nicht lassen. Für über die Hälfte aller Väter ist Hausarbeit noch immer ein Fremdwort. Sie beteiligen sich wenig bis gar nicht an Putzen, Waschen, Kochen.

Sobald der Nachwuchs ins Spiel kommt, stehen die Väter aber ihren Mann. Wickeln, Füttern, in der Nacht aufstehen, wenn das Kind schreit, damit haben weit mehr als die Hälfte von ihnen keine Probleme. Dazu passt, dass die große Mehrheit der Väter die Geburt ihres Kindes als ein sehr schönes Erlebnis bezeichnet.

Die Untersuchung zeigt ganz klar: Männer brauchen Sicherheit. Der Vollzeitjob ist und bleibt die Regel und daran wird sich wohl auch in Zukunft erst einmal nichts ändern.