UN-Vertreter: Aleppo verwandelt sich in "einen gigantischen Friedhof"

Waffenruhe in Aleppo gescheitert
Waffenruhe in Aleppo gescheitert Verwandelt sich die Stadt in einen gigantischen Friedhof? 00:01:20
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In Aleppo herrschen Panik und Verzweiflung

Bei den Menschen in Aleppo herrschen Panik und Verzweiflung, berichten Augenzeugen. Tausende Menschen versuchen, innerhalb der Stadt vor den Kämpfen zu fliehen; Dutzende kamen ums Leben oder wurden verletzt. UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien warnte, dass die Stadt zu einem "gigantischen Friedhof" werde, wenn die Welt weiterhin nur zuschaut.

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Assad droht: Wer die Rebellengebiete nicht verlässt, wird vernichtet

Die syrischen Regierungstruppen rücken weiter in den von Rebellen besetzten Ostteil der Stadt Aleppo vor. Für die Zivilbevölkerung in den umkämpften Stadtteilen hat sich die ohnehin schon dramatische Lage noch weiter verschlechtert. Rund 250.000 Menschen schweben in Lebensgefahr – so viele lebten zuletzt in den Rebellengebieten der Stadt, bevor Präsident Baschar al-Assad seine Offensive startete.

Rund 70.000 Menschen flohen alleine in den letzten Tagen vor Luftangriffen. Die syrischen Truppen, die inzwischen den gesamten Nordosten der Stadt zurückerobert haben, rufen die Bevölkerung mithilfe von Flugblättern auf, die Rebellengebiete sofort zu verlassen – alle die bleiben, würden vernichtet.

Eine Feuerpause ist nicht in Sicht

Doch viele sterben, bevor sie die sichereren Gebiete überhaupt erreichen. Im Stadtteil Dschubb al-Kubba kamen mindestens 45 Menschen ums Leben, die aus dem Rebellengebiet fliehen wollten, sagte Abdel Rahman Hassan von der Organisation 'Weißhelme'. Ihre Leichen lagen mitten auf der Straße, zwischen verstreuten Gepäckstücken, in denen die Menschen ihre Habseligkeiten retten wollten.

Das Leiden der Menschen in der umkämpften Stadt wird wohl unvermindert weitergehen. Eine Feuerpause ist nicht in Sicht. Keine der Kriegsparteien ist zum Einlenken bereit. Der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin sagte, der Westen nutze humanitäre Fragen, um einen Regimewechsel in Syrien voranzutreiben. Und so blockiert Russland jede UN-Resolution, die die Gewalt in Aleppo stoppen könnte. "Ohne unsere Sorgen zu berücksichtigen, wird keine Resolution verabschiedet werden", erklärte Tschurkin. O'Brian rief alle Beteiligten dazu auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um Zivilisten zu schützen.