Unicef warnt: Bevölkerungswachstum in Afrika könnte Massenflucht auslösen

"Afrikas Zukunft ist die Zukunft der Menschheit"
"Afrikas Zukunft ist die Zukunft der Menschheit" Bevölkerung wächst rasant 00:02:30
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Es droht eine "soziale und wirtschaftliche Katastrophe" in Afrika

Seit dem Höhepunkt der sogenannten Flüchtlingskrise im September reden Politiker gerne davon, dass man jetzt endlich die Fluchtursachen bekämpfen muss. Geschehen ist bisher noch nichts. Ein Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef mit dem Titel 'Generation Afrika 2030' drängt die Politiker der 'ersten Welt' nun dazu, endlich etwas zu unternehmen. Die Entwicklung biete die Chance, Millionen Menschen aus der Armut befreien. Dafür sei jetzt entschlossenes Handeln nötig, sonst drohe eine "soziale und wirtschaftliche Katastrophe", die "Millionen (Menschen) zur Flucht zwingen" würde. Der Grund dafür ist das enorme Bevölkerungswachstum: Schon 2030 wird es in Afrika 750 Millionen Kinder und Jugendliche geben.

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Unicef macht deutlich: Die entscheidende Zeit beginnt jetzt

In diesem Zusammenhang mahnt die Unicef-Direktorin für das südliche und östliche Afrika, Leila Pakkala, dass Investitionen In Gesundheitsversorgung, den Schutz von Kindern und Bildung von jetzt bis 2030 zur "absoluten Priorität für Afrika" werden müssen. 2030 werde es in Afrika rund 170 Millionen Kinder und Jugendliche mehr geben als derzeit. Daher seien in den nächsten 13 Jahren allein zusätzlich vier Millionen Fachkräfte im Gesundheitssektor und knapp sechs Millionen Lehrer nötig.

Die Jahre von jetzt bis 2030 seien entscheidend. "Nicht zu handeln, wird angesichts der Größenordnung von Afrikas demografischem Wandel höhere Kosten nach sich ziehen, als je zuvor", warnte Unicef in dem Bericht. Eine Kombination aus massivem Bevölkerungswachstum, den Risiken des Klimawandels, einer rapiden Urbanisierung und dem Mangel eines sozialen Netzes könne zu massiv steigender Arbeitslosigkeit, Armut und neuen Fluchtbewegungen führen, warnt Unicef.

Einwohnerzahl Afrikas wird sich bis 2050 verdoppeln

Afrikas Bevölkerung wird sich UN-Prognosen zufolge von derzeit etwa 1,2 Milliarden Menschen auf 2,5 Milliarden im Jahr 2050 verdoppeln. Die Geburtsrate in Afrika ist Unicef zufolge immer noch deutlich höher als im Rest der Welt: Jede afrikanische Frau im Alter von 15 bis 49 Jahren bekommt statistisch gesehen 4,5 Kinder, weltweit sind es nur 2,5 Kinder. Die höchste Geburtsrate der Welt hat weiterhin der Niger. In dem westafrikanischen Staat, einem der ärmsten Länder der Welt, haben Frauen im Schnitt 7,2 Kinder.

Eine der wichtigsten Maßnahmen, um die Geburtenrate zu senken und für mehr Wirtschaftswachstum zu sorgen, sei es, Mädchen möglichst lange in der Schule zu halten. "Kinderehen führen zu einer höheren Geburtenrate, wohingegen qualitativ gute Bildung (für Mädchen) zu niedrigeren Geburtsraten und höherer Produktivität führt", hieß es in dem Bericht. In West- und Zentralafrika zum Beispiel heiraten 40 Prozent aller Frauen noch vor dem 18. Lebensjahr.