Unterbringung von Flüchtlingen: Menschenrechte nicht ausreichend geachtet

Menschen vor einer Flüchtlingsunterkunft
Flüchtlingsunterkunft: Die Bedingungen in vielen dieser Einrichtungen sind laut Deutschem Institut für Menschenrechte mangelhaft. © imago/Karina Hessland, imago stock&people

"Jeder Mensch hat ein Mindestrecht an Privatsphäre verdient"

Mangelnde Hygiene in den Sammelunterkünften, fehlende Privatsphäre: Das Deutsche Institut für Menschenrechte bemängelt in seinem aktuellen Bericht für den Bundestag die Unterbringung von Flüchtlingen in Deutschland. Zentrale Menschenrechte würden bei der Unterbringung von Flüchtlingen nicht ausreichend geachtet, teilt das Institut mit.

Unterkünfte haben allein durch ihre Lage oft eine ausgrenzende Wirkung

Der Verein 'Pro Asyl' bekräftigt die Ergebnisse des Instituts: "In den Unterkünften herrscht eine große Enge, das ist kein einfaches Leben", sagt ein Sprecher im Gespräch mit RTLnext.de. Besonders Kinder litten unter den Bedingungen dort. Für sie herrsche dort keine ruhige Atmosphäre, um Hausaufgaben zu erledigen.

Zudem haben die Sammelunterkünfte allein durch ihre Lage laut 'Pro Asyl' schon eine ausgrenzende Wirkung: "Meistens liegen diese Unterkünfte am Rand von Orten oder auf dem flachen Land. Ein Kontakt zur Bevölkerung ist da kaum möglich."

Situation von Behinderten unzureichend

Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat sich auch mit den Lebensumständen von Behinderten beschäftigt. Dort gebe es auch erheblichen Verbesserungsbedarf. So dürften mehrere zehntausend Deutsche mit Behinderung weder wählen noch gewählt werden. Das betrifft Behinderte, die von einer anderen Person gesetzlich vertreten werden und Straftäter, die in einer Psychiatrie sitzen.

'Pro Asyl' bemängelt auch, dass die Zahl der behinderten Flüchtlinge nicht gesondert erfasst wird. "Dazu gibt es einfach keine Daten", sagte der Sprecher weiter. "Obwohl genau diese Menschen eigentlich besonders schutzbedürftig sind." Viele Sammelunterkünfte seien zudem nicht behindertengerecht.