Verbraucherzentrale Hamburg: Milka macht mit der Verpackungs-Mogelei weiter

Milka Mogelpackung des Monats - Verbraucherzentrale Hamburg
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat 'Milka'-Großtafeln zur 'Mogelpackung des Monats' gekürt.

'Milka'-Großtafeln von Mondelez im Visier der Verbraucherschützer

Gleicher Preis, gleicher Name, weniger drin - die Verbraucherzentrale Hamburg hat nach den Schokoriegeln 'Milka Nussini' im Juni 2017 nun die 'Milka'-Großtafeln von Mondelez zur Mogelpackung des Monats September 2017 gekürt. Der Inhalt der Milka-Schokoladen ist geschrumpft, die Verpackung ist unverändert geblieben. Mondelez gibt laut der Verbraucherzentrale Hamburg keine Auskunft. 

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Versteckte Preiserhöhung um 11,1 Prozent

Die Verpackungen der Schokoladen-Großtafeln, die es in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt, sind geblieben, ebenso die Zutaten. Doch statt 300 Gramm enthält eine 'Milka'-Großtafel jetzt nur noch 280 oder sogar nur 270 Gramm. Der Preis ist gleich geblieben, was bedeutet, dass die Tafel um 11,1 Prozent teurer geworden ist.

Ähnlich war es auch bei den 'Milka Nussini'-Riegeln: Ein Riegel wiegt statt 37 nur noch 31,5 Gramm und enthält statt 14 nur noch 9,5 Prozent Haselnüsse. Wer lesen kann, findet diese Angaben auf der Verpackung. Das Problem: Um die versteckte Preiserhöhung zu erkennen, müsste man die alte mit der neuen Packung vergleichen können. Was schwierig ist, denn die alte wird ja durch die neue ersetzt.

Und das ist das, was die Verbraucherzentrale Hamburg dem Hersteller Mondelez vorwirft: "Verbraucher finden keinen zusätzlichen Hinweis auf der Verpackung außer der Pflichtangabe der Füllmenge im Kleingedruckten. Bei gleichem Preis (häufig 0,65 Euro für die Einzel- sowie 2,29 Euro für die Fünferpackung) im Supermarkt ist die Süßigkeit durch diese versteckte Preiserhöhung nun um 17,5 Prozent teurer."

93-90-87-81 - die Schokotafeln werden immer kleiner

Verbraucherzentrale Hamburg Milka Schokolade
Immer weniger Schokolade pro Tafel. Die Verbraucherzentrale Hamburg wirft Milka Verbrauchertäuschung vor. © Verbraucherzentrale Hamburg

Und das ist nicht die einzige Milka-Schokolade, die im Laufe der Zeit geschrumpft ist. Früher wog jede Schokotafel 100 Gramm. Seit die EU vor zehn Jahren die Vorgabe für die Füllmenge gekippt hat, dürfen die Tafeln auch weniger wiegen. Besonders drastisch sieht man das bei der Schokolade Milka 'Waves'. Bei gleicher Verpackungsgröße wiegt die zurzeit überall beworbene Tafel nur 81 Gramm und kostet - wie alle Milka-Schokoladentafeln - 1,09 Euro.

Auf 100 Gramm bezogen liegt der Preis bei 1,35 Euro. Zwar ist die Sorte im Vergleich zu anderen Milka-Tafeln aufwändiger herzustellen und die Schokoladen sind unterschiedlich gefüllt. Beim einheitlichen Verpackungsformat vermutet die Verbraucherzentrale Hamburg jedoch, "dass nur wenige Verbraucher das Gewicht einer Tafel kontrollieren, wo doch viele immer noch von der erlernten Menge von 100 Gramm ausgehen."

Das sagt Hersteller Mondelez zu 'Nussini' und 'Milka Waves'

Auf Anfrage der Verbraucherzentrale Hamburg gibt der Hersteller zu, dass es neben der Einführung von neuen Sorten "dabei auch zur Veränderung von Grammaturen und Verpackungsgrößen" kommen kann. "Den genauen Inhalt und die Grammatur weisen wir immer deutlich auf der Verpackung aus. Somit können sich unsere Konsumenten bereits vor dem Kauf informieren", heißt es in der Stellungnahme weiter. Ein deutlicher Hinweis auf der Vorderseite der Verpackung wäre jedoch laut Verbraucherzentrale die Mindestanforderung, um eine Verbrauchertäuschung auszuschließen. Zumal Mondelez so einen Hinweis bei den ersten Reduzierungen der Füllmenge beherzigt hat.

Zwar bewegt sich Milka im gesetzlichen Rahmen und macht mit der Mengenreduktion nichts Verbotenes - ein unangenehmer Nachgeschmack bleibt dennoch. Wer nicht auf "versteckte Preiserhöhungen" reinfallen möchte, dem bleibt nur eines übrig: Den Grundpreis pro 100 Gramm vergleichen und die Angaben auf den Verpackungen noch genauer zu lesen.