Verletzte bei Messerattacke in München - Tatverdächtiger festgenommen

Messerattacke in München. Tatverdächtiger festgenommen
Messerattacke in München. Tatverdächtiger festgenommen 00:01:44
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Messerstecher war Einzeltäter

Nach der Messerattacke am Samstagmorgen in München hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Das teilte ein Sprecher mit. Der mutmaßliche Messerstecher sei am Samstag um 11.30 Uhr in der Nähe der Ottobrunner Straße gefasst worden. Der Gefasste sei dringend tatverdächtig, es bestehe keine Gefahr mehr. Zuvor hatten die Ermittler mitgeteilt, dass es sich um einen Einzeltäter gehandelt habe.

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Hintergründe sind unklar

Polizisten stehen am 21.10.2017 hinter einer Absperrung am Rosenheimer Platz in München (Bayern). Mehrere Menschen sind in München von einem Unbekannten mit einem Messer angegriffen und verletzt worden. (zu dpa "Mehrere Verletzte bei Messer-Attacke i
Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. © dpa, Andreas Gebert, geb llof

Der Verdächtige sei ein 33 Jahre alter, deutscher Staatsbürger und in München gemeldet. Die Polizei geht davon aus, dass die Taten aus einer psychischen Störung heraus begangen wurden. Offenbar leidet der Mann unter Verfolgungswahn. Er hat sich seiner Aussage zufolge von einer Familie verfolgt und bedroht gefühlt - ohne aber irgendwelche Details nennen zu können. Der Festgenommene war der Polizei bereits bekannt wegen gefährlicher Körperverletzung, Diebstahl und Drogendelikten. Das Gericht entschied, dass der Mann in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht wird.

Bei den Opfern handelt es sich um sechs Männer, einen zwölf Jahre alten Jungen sowie um eine Frau, teilte die Polizei mit. Alle seien Zufallsopfer des Angreifers gewesen. Bei den männlichen Opfern handele es sich um fünf Deutsche, einen Rumänen und einen Italiener, die attackierte Frau sei eine Deutsche. Alle wurden ambulant ärztlich versorgt. Die Verletzten erlitten Stiche, eines der Opfer wurde auch geschlagen. 

Erinnerungen an Amoklauf von 2016

Blumen liegen am 23.07.2016 am Zugang zur U-Bahnstation Olympia-Einkaufszentrum in München (Bayern), den die Polizei nach einer Schießerei am Vortag abgesperrt hat. Die tödlichen Schüsse hat ein 18-jähriger Deutsch-Iraner abgegeben. Zehn Menschen sta
Blumen liegen am 23.07.2016 am Zugang zur U-Bahnstation Olympia-Einkaufszentrum in München, den die Polizei nach einer Schießerei abgesperrt hatte. © dpa, Karl-Josef Hildenbrand

Nach den Angriffen hatte die Polizei Anwohner dazu aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben, Menschen sollten den Tatort meiden. In München waren viele Menschen schnell alarmiert und fühlten sich an den Amoklauf vom Juli 2016 erinnert. Damals hatte ein 18-Jähriger neun Menschen erschossen. Zugleich kam es auch zu Falschmeldungen und Spekulationen. Die Polizei mahnte mehrfach zur Besonnenheit und warnte vor der leichtfertigen Verbreitung von Gerüchten.