Wegen ADHS: Siebenjähriger Junge wird von Polizei in Handschellen abgeführt

Überforderte Schulleitung ruft Polizei

Es sind Bilder, die weltweit für eine Welle der Empörung sorgen. Ein siebenjähriger Junge wird behandelt wie ein Schwerverbrecher. Noch in der Schule wird er gewaltsam von der Polizei in Handschellen abgeführt. Doch wie konnte es so weit kommen? 

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"Sie haben mich am Stuhl festgehalten, dann haben sie mich getasert"

Der kleine Yosio Odis leidet unter der Aufmerksamkeitsstörung ADHS. Seine Mutter hat für ihn daher extra eine Grundschule ausgesucht, die auch spezielle Klassen für verhaltensauffällige Kinder anbietet. Dort hat Yosio eine feste Betreuerin, die ihm in der Schule zur Seite steht. An diesem Tag mussten die Schüler einen Test schreiben. Obwohl Yosio betreut werden musste, wurde ihm diese verwehrt. Die ungewohnte Prüfungssituation überfordert den Jungen, er wird aggressiv und schmeißt einen Stuhl durchs Zimmer. Weil sich Yosio nicht beruhigen lässt, ruft die überforderte Schulleitung die Polizei. Die Mutter wird zur Schule bestellt.  Erst da erfährt sie, dass ihr Sohn inzwischen auf Polizeistation ist.

Als sie dort ankommt, sieht sie ihren verängstigten Sohn - mit Blutergüssen an den Handgelenken wegen den zu engen Handschellen. Und nicht nur das, später entdeckte die Mutter noch Verletzungen am Rücken und Knie, die Schlimmstes erahnen lassen. "Sie haben mich am Stuhl festgehalten und griffen zu ihrem Schlagstock und dann haben sie mich getasert", erzählt Yosio. Hat die Polizei tatsächlich einen Elektroschocker benutzt, um den Kleinen ruhig zu stellen? Ein totaler Albtraum für die Mutter. Doch es kommt noch schlimmer.

Mutter verlangt Gerechtigkeit

April darf ihren Sohn nicht mit nach Hause nehmen. Stattdessen wird er in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung gebracht. "Ich musste ihn besuchen, als wäre er ein Gefangener. Das eigene Kind ist da drin und du weißt nicht was da drin passiert. Es ist beängstigend", sagt die Mutter. In ihrer Verzweiflung wendet sich die 29-Jährige an einen Anwalt - und der reagiert sofort. Er schafft es, den Jungen nach einer Woche rauszuholen. Seitdem wünscht sich die Mutter nur eines: Gerechtigkeit. Sie verlangt, dass die Polizisten gefeuert werden. "Man kann nicht so mit verhaltensauffälligen Kindern umgehen. Die Polizei ist da, um zu beschützen."

Die Schule will sich zu dem Vorfall nicht äußern. Dabei wünscht sich die Mutter so sehr eine Entschuldigung. Weil die ausbleibt, will sie jetzt Klage gegen die Verantwortlichen einreichen.