Weihnachtsgeld: Haben auch Sie Anspruch auf den Bonus?

Wer bekommt Weihnachtsgeld?
Wer bekommt Weihnachtsgeld? Es gibt Unterschiede je nach Branche 00:01:04
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Wer Weihnachtsgeld ausbezahlt bekommt

Es ist jedes Jahr eine schöne Überraschung, wenn auf der eigenen Gehaltsabrechnung ein satter Batzen Weihnachtsgeld auftaucht. Aber nicht alle Arbeitnehmer bekommen den winterlichen Finanzzuschuss.

Wem steht Weihnachtsgeld zu?

Die besten Chancen auf einen Bonus haben Beschäftigte mit Tarifvertrag. Einen gesetzlichen Anspruch gibt es jedoch nicht. ​ Ob es einen Bonus gibt, hängt also in erster Linie vom Arbeitsvertrag ab. Ist dort das Weihnachtsgeld vermerkt, haben Sie auch Anspruch auf die Auszahlung der vereinbarten Summe. Auch Betriebsvereinbarungen oder ein für Sie geltender Tarifvertrag können das Thema Weihnachtsgeld regeln. Fazit: Ist das Weihnachtsgeld vertraglich festgehalten, haben Sie auch Anspruch darauf. Da kann auch ein Chef nicht spontan beschließen, es zu kürzen oder gar zu streichen.

Laut einer Studie bekommen rund 55 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland Weihnachtsgeld. Gehören auch Sie dazu?

Hoffnung auf Weihnachtsgeld gibt es in zwei Sonderfällen

Sonderfall 1: Hat der Arbeitgeber über einen längeren Zeitraum - die Rechtsprechung geht von mindestens drei aufeinanderfolgenden Jahren aus - vorbehaltlos Weihnachtsgeld in gleicher Höhe bezahlt, ohne dazu verpflichtet gewesen zu sein, ist eine so genannte "betriebliche Übung" entstanden. In einem solchen Fall haben Mitarbeiter dann einen Rechtsanspruch auf Weihnachtsgeld.

Sonderfall 2: Die Kollegen müssen vom Chef gleich behandelt werden. Einen Mitarbeiter aus bestimmten Gründen vom Weihnachtsgeld auszuschließen, ist nicht rechtskräftig. Auch Teilzeitkräfte haben Anspruch auf den Bonus.

Aber aufgepasst: Es ist Arbeitgebern gestattet, das Weihnachtsgeld beispielsweise an die Dauer der Betriebszugehörigkeit, Ausfallzeiten oder die Arbeitsleistung zu knüpfen. In einem solchen Fall sollten aber konkrete Maßgaben vorher schriftlich festgehalten worden sein und nicht plötzlich als Weihnachtsüberraschung präsentiert werden.

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Widerrufsklauseln im Arbeitsvertrag

Wer im vergangenen Jahr Weihnachtsgeld kassiert hat, sollte nicht zwangsläufig von einer Zahlung in diesem Jahr ausgehen. Findet sich im Arbeitsvertrag ein Satz wie: "Die Zahlung erfolgt freiwillig und begründet keinen Rechtsanspruch für die Zukunft", dann ist der Arbeitgeber berechtigt, das Weihnachtsgeld zu verweigern oder im Vergleich zum Vorjahr zu kürzen. In diesem Zusammenhang spricht man im Juristendeutsch von einem Freiwilligkeitsvorbehalt.

Kompliziert wird es bei sogenannten Widerrufsklauseln im Arbeitsvertrag. Damit das Weihnachtsgeld in der Praxis widerrufen werden kann, hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) strenge Voraussetzungen fixiert. Damit die Chefs das Weihnachtsgeld nicht nach Belieben einfrieren, müssen die Gründe für die Kürzung oder Streichung des Weihnachtsgeldes erkennbar und nachvollziehbar sein, beispielsweise ein großer Verlust.​

Bei Kündigung zählt: 13. Gehalt oder Weihnachtsgeld?

Übrigens: Wer seine Firma im Lauf des Jahres verlässt, hat nur dann Anspruch auf das Weihnachtsgeld, wenn die Zahlung in seinem Vertrag als 13. Gehalt festgeschrieben wurde. Dann nämlich ist die Sonderzahlung Bestandteil des Jahresgehalts. Ist im Vertrag explizit Weihnachtsgeld aufgeführt, gehen Arbeitnehmer leer aus. Denn rechtlich wird mit dem Weihnachtsbonus die Treue am Unternehmen belohnt - und die ist nach einer Kündigung ja nicht gegeben.

In manchen Verträgen gibt es sogar Rückzahlungsklauseln: Dann sollen Mitarbeiter Mitarbeiter ihr Weihnachtsgeld zurückgeben, wenn sie das Unternehmen im kommenden Jahr verlassen. Dies bestätigte ein Gericht: Bei Beträgen von 100 Euro bis zu einem Monatsgehalt sei eine Rückzahlung zulässig, wenn der Mitarbeiter vor dem 31. März des Folgejahres ausscheide. Also auch hier gilt: Lesen Sie aufmerksam Ihren Arbeitsvertrag.