Weihnachtsmarkt in Potsdam evakuiert: Verdächtiges Paket war nicht explosionsfähig

Suche nach Paket-Absender läuft auf Hochtouren
Suche nach Paket-Absender läuft auf Hochtouren Bombenalarm auf Weihnachtsmarkt in Potsdam 00:03:28
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Suche nach Paket-Absender läuft auf Hochtouren

Die Polizei in Brandenburg, vor allem in Potsdam, erhöht nach der Evakuierung des Weihnachtsmarktes in der brandenburgischen Landeshauptstadt die Sicherheitsmaßnahmen auf Weihnachtsmärkten in dem Bundesland. In der Potsdamer Innenstadt war am Freitag ein verdächtiges Paket gefunden und von Spezialkräften der Polizei unschädlich gemacht worden. Es hatte sich herausgestellt, dass ein Böller und Nägel in dem Karton enthalten waren. Eine Zündvorrichtung wurde aber nicht gefunden, darum geht die Polizei davon aus, dass das Paket nicht explosionsfähig war. Die Suche nach dem Absender geht weiter. Bislang gibt es dazu keine neuen Erkentnisse. 

Polizei erhöht Sicherheitsmaßnahmen

Sprengsatz in Potsdam entschärft
Das gefährliche Paket in Potsdam konnte entschärft werden. © dpa, Julian Stähle, fux fdt

Der Bereich in der Innenstadt war am Freitag weiträumig abgesperrt worden, auch der Weihnachtsmarkt war betroffen. Die Polizei bat die Menschen vor Ort via Twitter darum, die Anweisungen der Einsatzkräfte zu befolgen. Die Furcht vor einem neuen Anschlag war groß. 

Polizei gibt Entwarnung

Polizisten sperren am 01.12.2017 die Straßen um einen Weihnachtsmarkt in der Potsdamer Innenstadt ab. Wegen eines verdächtigen Gegenstands hat die Polizei in der Potsdamer Innenstadt einen Sperrkreis eingerichtet. (zu «Verdächtiger Gegenstand in Pots
Polizisten sperren die Straßen um den Weihnachtsmarkt in der Potsdamer Innenstadt ab. © dpa, Christian Pörschmann, fux fdt

Laut Polizei soll gegen 14.30 Uhr am Freitagmittag in einer Apotheke an der Ecke Brandenburger Straße/Dortustraße ein verdächtiges Paket angekommen sein. Die Mitarbeiter öffneten den Karton und entdeckten Kabel und Technik darin. Die Beamten waren mit einem Großaufgebot vor Ort, darunter auch Spezialisten zur Bombenentschärfung, weil es sich um einen selbstgebauten Sprengsatz handeln konnte. Dann gab die Polizei aber Entwarnung: Das gefährliche Paket konnte entschärft werden. 

In dem Paket waren Nägel

In dem Paket waren Nägel und ein sogenannter Polenböller, erklärte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). Ob in dem Karton tatsächlich Sprengstoff enthalten war, ist noch unklar. Die Polizei sprach von "etlichen hundert Gramm Nägeln" sowie Drähten, Pulver und Batterien.

Terrorismusexperte Michael Ortmann im Interview
Terrorismusexperte Michael Ortmann im Interview Sprengsatz in Potsdam gefunden 00:07:06
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Worauf hatte es der Täter abgesehen?

Schröter erklärte, dass es zu früh sei, von einem versuchten Anschlag auf den Weihnachtsmarkt zu sprechen. Das Paket wurde in die Apotheke geliefert, jemand könnte es also auch auf einen der Mitarbeiter abgesehen haben. Es sei möglich, dass weitere Pakete in die Umgebung geliefert wurden. Das versuchen die Ermittler nun herauszufinden. Es bestehe aber keine Gefahrenlage mehr, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei teilte auf Twitter mit, dass die Suche mit Sprengstoffspürhunden in der Innenstadt abgeschlossen sei: "Sie haben nichts Verdächtiges gefunden!" Die Apotheke und Teile des Weihnachtsmarkts blieben aber weiter abgesperrt. Für Anwohner wurde ein Wärmebus bereit gestellt. 

Die Sicherheitsvorkehrungen wurden nach dem Attentat auf dem Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz vor fast einem Jahr bundesweit verschärft. Vielen Städte stellten Betonbarrieren auf, um die Besucher zu schützen. Am 19. Dezember 2016 war der Attentäter Anis Amri mit einem entführten Lastwagen in den Markt an der Berliner Gedächtniskirche gefahren. Er tötete 12 Menschen und verletzte mehr als 70.