Welthunger-Index 2017: Zahl der Hungernden steigt weltweit wieder an

Welthungerindex: Zahl der Hungernden steigt wieder an
Welthungerindex: Zahl der Hungernden steigt wieder an Erstmals seit Jahrtausendwende 00:02:24
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Welthunger-Index: Elf Prozent der Menschheit leidet Hunger

Erst ist ein traurige Entwicklung, die der Welthunger-Index 2017 ans Licht bringt: Erstmals seit der Jahrtausendwende steigt die Zahl der hungernden Menschen wieder an. Welthungerhilfe und die UN gehen davon aus, dass rund 815 Millionen Menschen, also elf Prozent der Weltbevölkerung, 2016 an Hunger litten – 38 Millionen mehr als im Vorjahr. Das ehrgeizige Ziel der Vereinten Nationen – "Zero Hunger" bis 2030 – rückt in weite Ferne.

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Noch immer haben Millionen Menschen nicht genügend zu essen

Bei der Definition von "Hunger" bezieht sich der Welthunger-Index auf vier Faktoren: Unterernährung, Auszehrung sowie Wachstumsverzögerung von Kindern und Kindersterblichkeit. In diesem Jahr wurden 119 Länder analysiert. Der Ernährungszustand der Zentralafrikanischen Republik ist der einzige, der als "gravieren" eingestuft wurde, was bedeutet, dass über 50 Prozent der Bevölkerung Hunger leiden. Damit ist das Land das einzige, das sich seit der Jahrtausendwende gar nicht verbessern konnte.

Obwohl der weltweite Hunger zwischen 2000 und 2017 um 27 Prozent gesunken ist, ist die Ernährungslage in sieben Ländern noch immer "sehr ernst": Sierra Leone, Liberia, Sambia, Tschad, Sudan, Jemen und Madagaskar. In vielen weiteren afrikanischen Ländern gibt es Grund zur Besorgnis.

"Drei von vier Hungernden leben in ländlichen Regionen"

Auch in anderen Regionen der Erde, beispielsweise auf Haiti, in Guatemala oder in südasiatischen Ländern wie Laos oder Indien sind die Menschen noch immer von Hunger geplagt. "Drei von vier Hungernden weltweit leben nach wie vor in ländlichen Regionen, da, wo die Ernährung eigentlich gesichert werden könnte", so Bärbel Dieckmann, Mitarbeiterin der Welthungerhilfe. Am meisten seien Menschen betroffen, die über geringe soziale, politische oder wirtschaftliche Macht verfügten. Sie sagt deutlich: "Es mangelt am politischen Willen, Hunger in Entwicklungsländern zu bekämpfen."

In unserem Video zeigt RTL-Reporterin Nicole Macheroux-Denault mit einem Beispiel aus Nigeria allerdings, wie es auch anders geht – und das macht Mut.