Wenn sie ihren Sohn nicht impfen lässt, muss Rebecca Bredow ins Gefängnis

Rebecca Bredow  will ihren Sohn nicht impfen lassen.
Rebecca Bredow will ihren Sohn nicht impfen lassen. Muss die Mutter jetzt ins Gefängnis? 00:01:57
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Impfgegnerin streitet seit Jahren vor Gericht

Wenn Rebecca Bredow aus Michigan ihren Sohn bis zum 11. Oktober nicht impfen lässt, muss sie wahrscheinlich ins Gefängnis. Seit Jahren streitet die alleinerziehende Mutter sich mit ihrem Ex-Mann vor Gericht. Jetzt haben die Behörden ihr ein Ultimatum gesetzt.

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"Ich würde lieber ins Gefängnis gehen"

Ursprünglich habe das Paar entschieden, das Kind nicht impfen zu lassen, erzählt die Mutter. Während in anderen Bundesstaaten strenge Impfregeln gelten, können sich Eltern in Michigan bei bestimmten Impfungen aussuchen, ob ihre Kinder diese bekommen sollen oder nicht. 2008 trennten Bredow und ihr Mann sich. Und der Vater des Jungen änderte seine Meinung.

Die beiden teilen sich das Sorgerecht, sodass der Streit der Eltern am Ende vor Gericht landete. Im November 2016 entschieden die Richter, dass der Junge die nötigen Impfungen erhalten müsse. Weil sich Rebecca Bredow hartnäckig weigerte, droht ihr nun sogar Gefängnis. Wie lange die Strafe ausfällt, liegt in der Hand des Gerichts. "Ich würde lieber ins Gefängnis gehen für das, was ich glaube, als mein Kind impfen zu lassen", sagte die Mutter dem US-Sender ABC.

Strenge Impfregeln in den USA

Sie fürchtet, dass die Gesundheit ihres Kindes in Gefahr sei, wenn ihm acht Impfstoffe auf einmal verabreicht werden, um die versäumten Impfungen aufzuholen. "Ich bin nicht generell gegen das Impfen", stellte Bredow klar. Sie sei aber dafür, dass jeder persönlich entscheiden können sollte, ob er seine Kinder impfen lassen will oder nicht, sagte sie dem Sender. Durch die Entscheidung fühlt sie sich als Mutter bevormundet.

In Deutschland wird die Entscheidung für oder gegen das Impfen den Eltern überlassen. "Es gebe zwar keine Impfpflicht, aber eine Impfberatungspflicht", erklärt Dokor Christoph Specht. Eltern müssen sich also über das Impfen beraten lassen. Doch nur 63 Prozent der Kinder in Deutschland erhalten laut Versorgungsatlas die nötige Doppel-Impfung gegen Masern und Röteln. Das heißt: Mehr als jedes dritte Kleinkind ist nicht gegen diese gefährlichen Krankheiten geschützt. Und so gibt es in diesem Jahr bereits mehr als doppelt so viele Maserninfektionen wie im gesamten Vorjahr bei uns. Weltweit sterben jedes Jahr 150.000 Kinder daran.

Impfungen schützen auch andere

"Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen", erklärt das 'Robert Koch Institut' auf seiner Homepage. Bei modernen Impfstoffen würden Nebenwirkungen nur noch selten auftreten. Impfungen schützen nicht nur die geimpfte Person, sondern auch Personen in ihrem Umfeld vor ansteckenden Krankheiten. Diese Impfungen werden in Deutschland empfohlen.