Wie ein Stau entsteht und auf welchen Autobahnen es über Ostern besonders voll wird

So entsteht ein Stau
So entsteht ein Stau Wie durch falsche Fahrweise der Verkehr ins Stocken gerät 00:00:40
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Ein Stau entsteht ganz leicht - meist, wenn jemand die Spur wechselt

Wundern Sie sich auch über plötzliche Staus auf der Autobahn, bei denen weder ein Unfall noch eine Baustelle die Ursache sind? Tatsächlich entstehen diese Staus aus einem ganz banalen Grund: Es sind Autos, die plötzlich bremsen, die für dieses Ärgernis sorgen - und das nicht nur an Feiertagen, an denen gefühlt jeder unterwegs ist. Doch wie kann das sein?

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Kann man Staus verhindern?

Nehmen wir zum Beispiel an, auf der Überholspur fahren alle mit 120 km/h. Auto A schert nun von der mittleren Spur auf die linke Spur ein. Auto B hinter ihm muss daraufhin auf etwa 100 km/h abbremsen, um A reinzulassen. Auto C hinter Auto B bremst dann schon auf rund 80 km/h ab, um nicht zu dicht auf B aufzufahren. So setzt sich das nach hinten fort, bis irgendwann die Autos stehen – Stau! Der Fahrer von Auto A kriegt davon übrigens gar nichts mehr mit, der ist schon über alle Berge. Was also kann die Lösung sein für das Dauerproblem Stau?

Lösung 1: Mehr Platz

Der Ansatz klingt logisch: Wenn jedes Auto mehr Platz hat, wirken sich einzelne Bremsmanöver nicht so stark aus. In den USA hat man sich dafür etwas sehr Praktisches überlegt: Spuren, die je nach Tageszeit die Richtung wechseln. Ein spezielles Fahrzeug bewegt die Trennmarkierung nach rechts oder links, so dass der Berufsverkehr eine Spur mehr bekommt. In Deutschland setzt die Politik dagegen auf die permanente Verbreiterung von Autobahnen - durch Ausbau, verbunden mit viele Baustellen, die zu noch mehr Staus führen. Also eine Lösung auf Zeit.

Bedeutet mehr Platz auch weniger Staus?

Lösung 2: Weniger Autos

Auch hier lohnt der Blick in die USA: Dort gibt es schon seit langem eigene Spuren für Fahrgemeinschaften. Autos, in denen zwei oder mehr Menschen sitzen, dürfen eine extra schnelle Spur nutzen. Ein Anreiz, zusammen ein Auto zu nutzen statt mehrere. In Deutschland wäre dies aber nur möglich, wenn eine Autobahn mehr als nur zwei Spuren hat.

Lösung 3: Mehr Technik

Was wirklich eine Entlastung bringen wird – da sind sich Verkehrsexperten einig – sind neue Technologien. Vollautonom fahrende Autos können, wenn sie irgendwann mal ausgereift sind, viel schneller reagieren als Menschen und damit auch gefahrlos sehr dicht auf den Vordermann aufschließen. Sprich: Viel mehr Autos können eine Autobahn nutzen, ohne wegen Überfüllung oder Unfällen einen Stau zu verursachen. Nur die leidigen Baustellen – die werden wird wohl auch in Zukunft nicht los.

Hier drohen an Ostern Staus

Besonders an Ostern werden wieder viele Autofahrer unterwegs sein. Und wie jedes Jahr, wird es auch diesmal zu Staus kommen. Welche Autobahnen sind besonders betroffen? Das teilte der ADAC mit:


Staus an Ostern
Staus an Ostern Zu diesen Zeiten ist es besonders schlimm 00:00:35
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Generell raten Experten dazu, zu Beginn eines Staus rechts zu fahren, und wenn man bemerkt, dass er sich auflöst, auf die linke Spur zu wechseln, da dort stärker beschleunigt wird. Ein Abfahren auf Landstraßen macht nur Sinn, wenn es einen Vollstau gibt.