Wird die Berliner Polizei von arabischen Clans unterwandert?

Ein Kameramann filmt am 03.11.2017 in Berlin das Schild am Eingang der Berliner Polizeiakademie.  An der Berliner Polizeiakademie soll es erhebliche Probleme mit Schülern aus Zuwandererfamilien geben. (zu dpa "Missstände an Berliner Polizeiakademie?
Die Berliner Polizeiakademie steht in der Kritik: Wird sie von arabischen Großfamilien unterwandert? © dpa, Maurizio Gambarini, gam

Gravierende Missstände in Berliner Polizeiakademie?

Die Berliner Polizei ermittelt in den eigenen Reihen. Es geht um den Verdacht, dass zwei Mitglieder arabischer Großfamilien gezielt die Polizei unterwandert haben. Dies berichtet die 'Berliner Zeitung'.

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Anonyme Hinweise aus den eigenen Reihen

Angestoßen wurden die Ermittlungen von zwei anonymen Hinweisen, die aus dem Inneren der Berliner Polizei stammen sollen. Als Erstes tauchte die Tonaufnahme eines Gastdozenten auf. Wir berichteten bereits über die Audio-Datei, die deutschlandweit für Aufregung sorgte. Unter anderem hieß es auf dem Tonband:

"Der Klassenraum sieht aus wie Sau, die Hälfte Araber und Türken, frech wie Sau, dumm, konnten sich nicht artikulieren. (…) Ich habe echt Angst vor denen. (…) Das sind keine Kollegen, das ist unser Feind, das ist der Feind in unseren Reihen."

Beamter fürchtet arabische Clans in Berliner Polizei

Nur wenig später sorgte der Brief eines langjährigen Beamten des Landeskriminalamtes (LKA) an Polizeipräsident Klaus Kandt für weitere Empörung. Das Schreiben liegt unter anderm der 'Berliner Zeitung' vor. Der anonyme Verfasser äußert darin konkrete Befürchtungen, dass sich die Polizei bereits für kriminelle Clans geöffnet habe. In dem Schreiben heißt es: "Bewerber aus diesen Großfamilien werden – trotz Strafakte – in die Polizei aufgenommen." Weiter behauptet der Polizist: "Es steht zweifelsohne im Raum, dass diese Unterwanderung der Polizei bereits begonnen hat." Er behauptet zudem, dass dies im Wissen der Polizeiführung geschehen sei.

Alles nur haltlose Vorwürfe?

Diesen massiven Vorwürfen widersprechen Kritiker, die sämtliche Anschuldigungen als haltlos bezeichnen. Bei den anonymen Hinweisen handele es sich um eine Kampagne, mit der gezielt die Führung der Polizei geschädigt werden solle. Der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber sagte, er werde seit Wochen mit Hinweisen auf Missstände in der Berliner Polizeiakademie bombardiert. "Wenn ich aber Beweise anfordere, dann tauchen die anonymen Hinweisgeber ab oder sind nicht mehr zu erreichen", so Schreiber.

"Wir können uns die Bewerber nicht aussuchen"

Dass die Situation in der Berliner Polizeiakademie aber problematisch ist, steht laut der Gewerkschaft der Polizei (GdP) außer Frage: Jährlich würden hier 1.200 junge Menschen ausgebildet, von denen etwa 40 Prozent ausländische Wurzeln hätten. Es gebe auch Anwärter, die vor ihrer Ausbildung straffällig geworden seien. "Wir können uns die Bewerberinnen und Bewerber nicht aussuchen, haben beim Kampf um junge Talente aufgrund der Besoldungssituation, des Ausstattungsstandards und der Einsatzbelastung auch nicht die allerbesten Karten", so GdP-Sprecher Benjamin Jendro gegenüber der Berliner Zeitung. Die bisherigen Vorwürfe seien dennoch "nichts Handfestes".

Berliner Bürgermeister Michael Müller fordert lückenlose Aufklärung

Die Vorwürfe müssten dennoch lückenlos aufgeklärt werden, fordert Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. "Wenn es stimmen sollte und es mehrfach zu solchen Missständen gekommen ist, ist das untragbar und muss Konsequenzen haben", sagte Müller der 'Berliner Morgenpost'. "Es muss jedem bewusst sein, dass er Vorbild ist, wenn er bei der Polizei arbeitet."