'YouTube Kids': DAS sollten alle Eltern wissen!

Die App 'YouTube Kids' birgt Gefahren für Kinder
Achtung, liebe Eltern: Die App 'YouTube Kids' birgt Gefahren für Ihr Kind! © Getty Images, FatCamera

Kinder-Videos mit Sex, Gewalt und Folter

Das ist so richtig mies: Gefälschte Kinder-Videos auf Youtube zeigen obszöne, perverse und gewaltverherrlichende Szenen – trotz eines speziellen Kinder-Filters. Auf den ersten Blick sieht alles normal aus, aber plötzlich verfolgen große Schlangen die Superhelden, Mädchen werden verzaubert, um Sex zuzustimmen. Beliebten Comicfiguren werden schmerzhaft die Zähne gezogen, Superhelden trinken aus Toiletten oder pinkeln sich gegenseitig an. Was ist da los?

Auf 'YouTube Kids' wird ein Alptraum wahr

Das Szenario kommt einem doch bekannt vor: Die Kids wollen unbedingt ihre Lieblingsserie gucken. Kein Problem, auf Youtube gibt es ja eine extra Kinderbschränkung und eine sichere Kinder-App. Neuerdings tauchen auf 'YouTube Kids' aber gefälschte Kindervideos auf, die harmlose Namen tragen. Wenn die Kids also nach Spiderman, Mickey Mouse, oder Elsa der Eiskönigin suchen, finden sie auch die Fake-Videos.

Diese Videos sehen im Vorschaubild aus wie das Original, und erst im Laufe des Films wird die Handlung brutal, sexistisch und ekelig. Da schneidet ein Kind ein anderes mit einer Rasierklinge, Kinder fallen vom Hausdach oder werden von Monstern verfolgt: nichts für die drei- bis fünfjährige Zielgruppe! Viele Szenen sind nicht animiert, sondern werden von echten Schauspielern dargestellt, die teilweise die Original-Masken tragen. Da diese Videos aber zunächst nicht vom Original zu unterscheiden sind, werden sie auch nicht aus der App gefiltert.

Angst und Tränen bei Kindern

Girl affectionated by a smart phone
Kinder haben in der App völlig ungeeignete Videos zur Auswahl. © Getty Images/iStockphoto, gpointstudio

Eine weitere Gruppe von Kinderfilmen wendet sich möglicherweise an Pädophile: Da gibt es Videos unter harmlos klingenden Titeln, in denen junge Mädchen leicht bekleidet an Poledance-Stangen tanzen, in denen verkleidete "Ärzte" Kinder mit Spritzen malträtieren; es gibt gefesselte und geknebelte Kinder. In anderen Kinder-Comicfilmen geht es um Mord, Vergewaltigung, Sadomaso und zum Beispiel den Verzehr von Fäkalien.

Der Youtube-Mutterkonzern Google hat das Problem bereits erkannt, ist aber angesichts der täglichen Datenmenge völlig überfordert: Pro Minute werden 400 Stunden Videomaterial hochgeladen. Wird ein Video gemeldet und gelöscht, taucht es nach kurzer Zeit an anderer Stelle wieder auf. Diese neuen Brutalo-Videos sind zunächst ein Problem auf dem US- und englischen Markt. Da die Filme aber keinen gesprochenen Ton haben und mit lustiger Musik und kinderkompatiblen Lachern unterlegt sind, sprechen sie zunächst alle kleinen Fans der Comicfiguren an.

Was können Eltern tun?

Youtube empfiehlt den Nutzern mittlerweile, entsprechende Videos zu markieren. Diese werden dann mit einer Altersbegrenzung versehen und automatisch aus 'YouTube Kids' aussortiert. Zudem sollten Eltern im Zweifelsfall die Videos für ihre Kinder einmal durchschauen und prüfen, ob es sich um echte oder Fake-Videos handelt. Auf der englischsprachigen Seite ElsaGate können entsprechende Videos gemeldet werden.

Über den Beweggrund, solche Fake-Videos für Kinder zu produzieren, kann man nur spekulieren. Allerdings versprechen die hohen Klickzahlen der Kinder-Kanäle natürlich entsprechend hohe Werbeeinnahmen: Ab 10.000 Aufrufen darf auf einem Youtube-Kanal Werbung geschaltet werden, für die der Anbieter dann Geld bekommt. Zum Vergleich: Eines der Fake-Videos hat bereits 50 Millionen Klicks, ein Kinderkanal ist mit mehr als fünf Milliarden Klicks eines der meistgesehenen Videoportale der Welt. Warum die Kinder aber mit brutalen und verstörenden Inhalten konfrontiert werden müssen, kann nur das kranke Hirn der Produzenten beantworten.