Zeitungsanzeige für die Toten von Aleppo bewegt das Netz – Syrische Stadt steht vor der Eroberung

Zeitungsanzeige für die Toten von Aleppo bewegt das Netz – Syrische Stadt steht vor der Eroberung
Aleppo fällt an die Regierungstruppen - es ist eine ruinierte Stadt. © dpa, Stringer, sk ase

"Ich trauere um die Toten von Aleppo“

Angelika Becker-Held hat diese Anzeige eigentlich nur für sich selbst geschaltet. „Ich trauere um die Toten von Aleppo. In großer Hilflosigkeit.“ Eine schlichte Aussage, die doch offensichtlich einen Nerv getroffen hat.

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Über die Facebook-Seite „Zentrum für politische Schönheit“ wurde die Anzeige alleine 1600 Mal geteilt und findet vor allem positive Reaktionen. Das Schicksal Aleppos und seiner Bewohner beschäftigt viele Menschen – und lässt sie oft eben hilflos zurück.

Zeitungsanzeige für die Toten von Aleppo bewegt das Netz – Syrische Stadt steht vor der Eroberung
Zivilisten fliehen zu zehntausenden aus der Stadt. © REUTERS, ABDALRHMAN ISMAIL, CK/ AA

Wie soll Menschen in einer Situation geholfen werden, die aussichtslos erscheint. Auf der einen Seite die Rebellen, oft radikal-islamistisch, mit Gräueltaten gegen all jene, die ihrer Ideologie nicht passen. Auf der anderen Seite die Regime-treuen Truppen Assads, unterstützt durch russische Flieger, die ebenfalls keine Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nehmen. Zurück bleibt ein hilfloses Land, eine hilflose Stadt.

Rettet das Leben der Kinder!“

„Das ist unser letztes SOS“, heißt es in den letzten verbliebenen Bereichen Aleppos, die noch von Rebellen gehalten werden. Die Stadt werde vollkommen ausgebrannt – jedenfalls das, was davon noch übriggeblieben ist. „Rettet das Leben der Kinder, Frauen und Alten“: Über Twitter erreichen spärliche und immer verzweifelter werdende Nachrichten die Außenwelt.

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Eroberung einer Geisterstadt

Assad wird womöglich innerhalb der nächsten Stunden die Stadt erobert haben. Es ist eine Geisterstadt. Laut Informationen von Hilfsorganisationen haben innerhalb der vergangenen 24 Stunden 10.000 Menschen die Stadt fluchtartig verlassen. Sie fürchten die Rache des Diktators. Eine Stadt am Rande des menschlich vorstellbaren: Berichte wie diese lassen Menschen wie Angelika Becker-Held hilflos zurück. Hilflos, ratlos, fassungslos.